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Endurowandern in Österreich

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Das Waldviertel war das Ziel unserer nächsten großen Motorradtour, die uns im August nach Österreich führte. Dort wollten wir Endurowandern und mit drei weiteren Gruppen ganz entspannt Motorrad fahren – vorwiegend auf kleinen und nur wenig befahrenen Nebenstraßen. Während Andy, der Wirt … Weiterlesen

Eine tolle Woche im Waldviertel

Fünf Tage lang sind wir vom „Drei Hacken“ aus aufgebrochen, um das Waldviertel und die nähere Umgebung zu entdecken. Auf schmalen Güterwegen waren wir unterwegs, haben Burgen und Schlösser entdeckt und konnten die herrliche Aussicht von der Höhenstraße im Mostviertel genießen. Jeder Tag war ein Erlebnis.

Abends haben wir uns von Andi, dem Wirt, verwöhnen lassen, dessen Kochkünste uns immer wieder begeistern. Und Silvi, seine liebenswerte Frau, hat uns umsorgt, als wenn wir zu Hause wären. Da kommen wir doch gerne wieder.

Auch, um mal wieder richtig schöne Endurostrecken unter die Stellenreifen zu nehmen. Die hat uns Andi nämlich auch gezeigt. Die nachfolgenden 1:40 zeigen einen der vielen Wege, die wir mit unseren Enduros „erwandert“ haben. Toll war´s – danke!

 

Heimfahrt mit Hindernissen

Um kurz nach sechs weckt mich eine Fliege, die meint, auf meinem Gesicht herumkrabbeln zu müssen. Einmal wach, beschließe ich, mit der Heimfahrt nicht mehr bis nach dem Frühstück zu warten sondern gleich aufzubrechen. Um viertel vor sieben rollt der Ducato.


Ich bin nicht der Erste, der sich früh auf den Weg macht. Peter, Harald und Uli sowie Klaus und Michael, die jeweils mit Auto und Anhänger angereist sind, wollten schon um fünf Uhr früh aufbrechen – die Sorge, an der Grenze von Österreich zu Deutschland in langwierige Personenkontrollen zu geraten oder im weiteren Verlauf in elende Baustellenstaus – hat so manchen zu nachtschlafender Zeit los fahren lassen.

Die Grenze zu Österreich passiere ich vorsichtshalber auf kleinen Nebenwegen nahe Obernberg am Inn. Dabei wird die ganze Absurdität der „Sicherung unserer Grenzen“ deutlich. Auf der Autobahn steht die Polizei bei Pöcking und produziert kilometerlange Staus, nicht weit davon entfernt passiere ich die Grenze auf einer Nebenstrecke, ohne kontrolliert zu werden. Sinnloser Aktionismus, wie es scheint.


Im weiteren Verlauf der Heimreise lobe und verfluche ich „mein Navi“. Das Garmin 390 macht, anderes als mein altes heißgeliebtes 278, nicht immer, was ich will. Insbesondere die Neuberechnung von geplanten Routen treibt mich regelmäßig in den Wahnsinn. Auch heute!

Zunächst aber bin ich begeistert. Der Verkehrsfunktdekoder warnt mich zuverlässig vor Staus und schlägt nette Alternativen vor. So umgehe ich frühzeitig eine unfallbedingte Vollsperrung der A3. Glück gehabt.


Es läuft recht flüssig. Ein kurzer Tankstopp, ein kleiner Imbiss und schon geht’s weiter. Um die vielen Baustellen zwischen Nürnberg und Würzburg zu umgehen, fahre ich über die A70 Richtung Schweinfurth. Dann soll es eigentlich in einem weiten Bogen über die A7 Richtung Fulda und dann über die A61 zurück nach Fulda gehen – eigentlich …

Eine neuerlich Stauwarnung vor dem Autobahndreieck nahe Würzburg  lässt das Garmin 390 eine Alternativroute berechnen. Über Landstraßen in einem kleinen Bogen zur A7 – ist ja nicht mehr weit; dachte ich.

Doch der 390er berechnet den vermeintlich kürzesten Weg und der führt – zumindest kilometermäßig – über die A3. Da will ich aber nicht hin. Keine Ahnung, warum das Navi nicht auf die geplante Route zurückführt.

Plan B ist gefragt: über Landstraßen gen Heimat. Das klappt mit dem 390er wieder ganz gut – so dass ich kurz vor 16 Uhr endlich wieder zu Hause bin. Ende einer Heimfahrt mit einigen Hindernissen.

Auf Höhenwegen durchs Mostviertel

Tausche Schotter gegen Asphalt – heute möchte Stefan mal mit den Enduro-Wanderern fahren, also übernehme ich eine Straßengruppen. Das Mostviertel ist das Ziel der heutigen Tages, eine besondere Empfehlung die dortige Panoramastraße.

Auf kleinen Güterwegen fahren wir bis zur Donau und wechseln alsbald die Uferseite. In Neuhofen an der Yps legen wir die erste Kaffeepause ein. Sogleich Gesellen sich zwei Österreicher zu uns, die sich als Motorradfahrer outen. Interessiert begutachten sie die Honda von Axel, der dank „Automatikgetriebe“ Kupplungs- und Schalthebel fehlen. Doch statt – angesichts dieser technischen Innovation – in Ehrfurcht zu erstarren meinen sie nur launig: „Aha, behindertengerecht“. Wie gemein 😉


Auf kleine Wege erkunden wir anschließend das Mostviertel, in dem erstaunlicherweise gar nicht so viele Apfelbäume stehen. Dann geht es auf die „Höhenstraße“. Die zieht sich über viele Kilometer quasi einen Kamm entlang und bietet immer wieder prachtvolle Ausblicke. Die Fahrt hier entlang, ist echt ein Traum.


Unterwegs legen wir in einem kleinen Berggasthof eine idyllische Mittagsrast ein und genießen die atemberaubende Fernsicht. Dann gebt es so langsam zurück Richtung Yspertal.


Früher als sonst treffen wir im Hotel ein, wollen viele doch ihr Motorrad noch auf den Anhänger oder im Kleintransporter verladen.


Auch die Endurotruppe ist schon da – und hatte wieder einmal jede Menge Spaß mit Andi, dem ortskundigen Führer und Wirt des „Drei Hacken“. „Ein schöner Ausklang heute mit hohem Schotteranteil“ lautete das allgemeine Fazit.

Nach dem wieder einmal ausgezeichneten Abendessen sitzen wir am letzten Abend dieser abwechslungsreichen Reise noch lange zusammen und stoßen auf die vielen gemeinsamen Erlebnisse an.


Morgen gehts nach Hause. Die ersten wollen schon früh um 5 Uhr aufbrechen. Grenzkontrollen zwischen Österreich und Deutschland haben auf der Hinfahrt für kilometerlange Staus gesorgt; ähnliches wird auch jetzt am Wochenende zu befürchten sein.

Fahren wir mal zum Gipfelkreuz

Zwei Tage bleiben uns noch im Waldviertel – der heutige sollte für die Enduristi besonders erlebnisreich werden.

Zunächst aber gilt es Profanes zu tun: an Charlys GS hat das Rücklichtbirnchen wohl einen Wackelkontakt und brennt mal, mal brennt es nicht. Das tut es zwar schon seit Wochen (oder eben auch nicht), aber heute, um viertel vor neun, muss es unbedingt gewechselt werden. 

Dem armen Dieter sollte die Aufgabe zufallen, die Fehlerursache zu diagnostizieren und am besten gleich zu beheben. Der Wackler war schnell gefunden, der Birnchentausch war da schon schwieriger. Natürlich brach das Glas vom Sockel, der mühsam mit einer Zange aus dem Rücklicht „notoperiert“ werden musste. Dann aber leuchtete alles, wie es sollte.

Für die Endurofahrer begannen die Abenteuer wenig später. Kurz hinter dem Hotel führte ein steiler und sehr ruppiger Weg bergan. Der war mir noch von unserer ersten Waldvierteltour (vor vier Jahren) als nicht so ganz einfach fahrbar in Erinnerung. Als Jörg etwas den Schwung verlor und Klaus sich mit eben diesem vorbeimogeln wollte, strauchelte er ein wenig und kippte kopfüber vom Motorrad. Da saß er nun – und lachte.


Zu zweit konnten wir seine kleine Yamaha wieder auf die stollenbereiften Räder stellen – und schon gings weiter.

Am nächsten Anstieg grub sich die GS dann mit dem Hinterrad ein. Einmal die falsche Spur erwischt und schon ging es keinen Zentimeter mehr weiter. Viel Gas half garnichts: das Hinterrad drehte nur durch und die Kupplung fing an zu stinken.


Mit vier Mann wuchteten wir den schweren Zweizylinder aus der tiefen Kuhle und versuchten, die GS vorsichtig rückwärts so den Hang herab zu rangieren, dass die Räder wieder auf festem Untergrund standen. Ein hartes Stück Arbeit.

Im zweiten Anlauf klappte es dann problemlos, so dass wir schon bald das erste Ziel des Tages erreichen konnten: das Gipfelkreuz. Um dorthin zu gelangen mussten wir tatsächlich ein paar Schrittw laufen: Endurowandern eben 😉


Die Mittagspause legten wir im „Mohndorf“ Armschlag ein, suchten das Restaurant „Zum Mohnwirt“ auf uns aßen „Mohnkäse“ mit Speck.

Natürlich führte uns die Route anschließend durch weite Mohnfelder – und anschließend mal wieder in einen Wald. Die geplante Route war mit einer Schranke und dem Verbotsschild „Forststraße“ blockiert. Also galt es spontan eine Alternative zu suchen.


Die erste scheitere kläglich, als Andi seine KTM auf  einer Wiese in einem kleinen Wassergraben „versenkte“. Beim zweiten Versuch „verirrten“ wir uns im Wald. Uns war nicht ganz klar, ob der Hinweis auf eine Forststraße für den Weg galt, auf den wir abgebogen waren oder für den Schotterweg daneben. Das machte uns schon bald ein junger Landwirt klar, der uns unvermutet mit einem riesigen Traktor folgte.

Zunächst sah es so aus, dass wir ein wenig schneller wären, doch in einer Lichtung gab es kein Weiterkommen. Wir mussten wenden. Da aber war der Landwirt vor. Der fragte erbost, was wir hier machten? Andi erklärte ihm, dass wir uns wohl verfahren hätten und den Weg nach Winterberg suchen würden. Im tiefsten niederösterreichisch wurde daraufhin lautstark diskutiert – dann aber beugte sich der Waldbesitzer über die Karte im Tankrucksack der KTM und zeigte uns den Weg. So konnten wir  – in aller Freundschaft – den geordneten Rückzug antreten.

Weit sollten wir nicht kommen. Schon bald stoppte Andi an einem alten Bahnübergang, um zu erfragten, ob wir Lust hätten, rund fünf Kilometer über das alte Schotterbett zum nächsten Übergang zu fahren. Die Entscheidung nahm uns Peter ab: seine KTM hatte einen Plattfuß vorne – nix mit Schotter fahren.


Da der mitgeführte Kleinkonpressor nicht genügen Luft in den Schlauch pumpen konnte, wollten wir uns – ganz langsam fahrend – auf den Weg zur nächsten Tankstelle machen. Nach gut 1000 Metern kamen wir an einem Haus mit großer Garage vorbei, in der zwei Motorräder standen. Der Besitzer war gerade dabei die Fassade zu verputzen und sah irgendwie nach „Schrauber“ aus. Kurzerhand stoppte Harald und fragte, ob er zufälligerweise einen Kompressor hätte – hatte er! Nutze aber nix: der Schlauch war wohl durchs Walken mittlerweile so kaputt, dass die Luft schneller raus als reinströmte.

Nun war guter Rat teuer. Wir könnten in Hotel fahren und das Motorrad mit dem Auto und Anhänger holen, war eine der Gedanken. Und dann am Hotel reparieren. Schlauch und Montiereisen wären vorhanden. Dann hatte Jörg eine geniale Idee: Vielleicht gibt es in der Nähe ja einen Reifenhändler, meinte er.


Flugs war das Vorderrad ausgebaut, auf der KTM von Harald festgezurrt und schon gings los. Eine Stunde später war der Schaden behoben und alle Enduros waren wieder fahrbereit.

Mehr sollte heute nicht passieren. Viel gefahren sind wir nicht – „nur“ gut 120 Kilometer -, dafür haben wir viel erlebt. Davon konnten wir den Anderen beim Abendessen ausführlich erzählen.

Auf der Suche nach „gestrichelten Linien“

Burgen und Schlösser stehen für den heutige Tag auf dem Programm der „Straßenfahrer“. Und weil die zu fahrende Strecke nicht nur an den imposanten Bauwerken vorbei führen soll – zumindest eines will besichtigt werden – werden die Gruppen neu gemischt. 16 Teilnehmer „verlangen“ nach einem Besuch mit Führungen, alle anderen wollen sich die Burg Rappottenstein im vorbei fahren anschauen. Also werden die Gruppen entsprechend neu eingeteilt.

Auch bei den Enduristi gibt es Veränderungen – wir sind heute auf uns allein gestellt. Andi, der ortskundige Wirt, kann erst morgen wieder mit uns fahren, also müssen wir zusehen, dass wir alleine ein paar unbefestigte Wege finden. Leichter gesagt, als getan 😉

Im Garmin finden sich entlang der schmalen Güterwege, auf denen wir heute unterwegs sein wollen, zwar immer wieder gestrichelte Linien (die für unbefestigte Wege stehen), doch häufig enden diese im Nichts oder entpuppen sich als schmaler Trampelpfad. Mit ein wenig Glück und gutem Gespür kriegen wir aber doch eine ganz interessante Strecke zusammen.


Um neun brechen die Straßenfahrer auf, wir eine halbe Stunde später. Ein erstes Kaffeepäuschen legen wir in Mönchdorf ein. Leider hat das Gasthaus keine Terrasse – aber die Wirtsleute stellen uns Tische und Stühle einfach vor den Eingang und schon sind alle zufrieden.

Gut 210 Kilometer stehen am Ende des Tages auf dem Tacho, viele davon auf Asphalt gefahren. Der aber war für kleine, wendige Enduros wie gemacht. Schmal, meist kaum traktorbreit, schlängelte sich das schmale Asphaltband durch Wälder und über Anhöhen. Land- geschweige denn Bundesstraßen waren kaum dabei. Auch das hat Spaß gemacht.


Nach dem leckeren Abendessen und einem supertollen Naschtisch wurde dann mit Andi gefachsimpelt, wo hin es morgen wohl geht. „Wir schauen mal, ob wir einen neuen Weg hinauf zum Gipfel finden“, meinte dieser geheimnisvoll. Wir sind gespannt ..

Knapp 100 erlebnisreiche Kilometer

Tag zwei unserer erlebnisreichen Woche im Waldviertel. Die „Straßengruppen“ wollen heute Richtung Voralpen fahren, die Endurowanderer lassen sich von dem überraschen, was sich Andi – unser Wirt – wieder so alles ausgedacht hat. Und das sind jede Menge Überraschungen 😉

Gegen neun Uhr bricht (wieder) Hektik aus vor dem Gasthof „Drei Hacken“. Die Straßentruppen machen sich auf den Weg. Gut eine Stunde später starten die Endurowanderer.


Nachdem wir uns gestern „eingefahren“ haben, sind wir mittlerweile recht zügig auf losem Untergrund unterwegs. Immer wieder biegt Andi unvermutet von der Straße in einen kleinen Waldweg ab, der in den offiziellen Karten garnicht verzeichnet ist.

Einer davon scheint mitten im Wald zu enden. Doch weit gefehlt. Ortskundig wie Andi ist, hält er mitten auf ein morastiges Loch am Wegesrand zu und versenkt die 990er KTM erstmal im feuchten Untergrund. Schuld sind die falschen Reifen. Zu wenig Klötzchen 😉


Mit vereinten Kräften kriegen wir die Enduro wieder frei und schlängeln uns anschließend über einen kleinen schmalen und nicht minder morastigen Pfad gen Straße. Ein tolles erstes Abenteuer!

Das nächste Ziel ist Primus, ein fast 90-jähriger Schmied, der uns mit der ihm eigenen Leidenschaft zeigt, wie aus einem Stück Stahl in gut einer Stunde eine Axt wird – oder eine Hacken, wie es in Österreich heißt.


Die Mittagsrast legen wir am Bärnkopf ein und schnaufen erst mal ordentlich durch. Das Speckbrot schmeckt herrlich, die Sonne scheint, so hatten wir uns das gewünscht.


Höhepunkt nach der kleinen Pause war dann die kleine Bachdurchfahrt, bei der zumindest einer nasse Füße bekam. Mitten im Wasser stehend den Motor abwürgen sorgt für ausgiebige Heiterkeit bei den Umherstehenden. Der „Verursacher“ trug es mit Fassung.


Die obligatorischen Kaffeepause legten wir in der ersten österreichischen Whiskey-Destillerie ein. Bis zum Hotel waren es dann auf direktem Weg knapp zehn Kilometer, wir machten mit ein paar Schleifen gut 50 daraus.


Das Abendessen wir wieder einmal spitzenmäßig, so dass wir satt und zufrieden den „Absacker“ draußen in der Laube trinken und dabei den Vollmond genießen konnten. Der tauchte unsere Motorräder in ganz milchiges Licht. Auch das ein besonderes Erlebnis der diesjährigen Waldviertel-Tour.