Archiv der Kategorie: Uckermark 2015

Zeit für eine erste Bilanz

Es geht zurück nach Hause. Noch ein gemeinsames Frühstück, dann trennen sich unsere Wege. Fünf Tage lang waren wir in und rund um die Uckermark unterwegs und haben uns vor allem eines: gut erholt.

In Erinnerung bleiben zunächst die Straßen: immer wieder kindskopfgroßes Kopfsteinpflaster, das zu befahren für so manchen keine besondere Freude war. Die GS-Fahrer (und das waren die meisten) waren hingegen „in ihrem Element“. Auch viele kleine holprige Nebenstrecken forderten immer wieder Mann und Maschine. Aber: alles besser als die zumeist gut ausgebauten Bundesstraßen, auf denen viel Schwerverkehr unterwegs ist.

Beeindruckend auch die Landschaft. Riesige Wälder, endlose Alleen mit mächtigen oder kleinen windschiefen Bäumen, anmutige Dörfer, viele beeindruckende Kirchenbauten, schön restaurierte Innenstädt, Rapsfelder, die bis zum Horizont reichen … einfach toll.

Wir sind viel gefahren – gut 300 Kilometer jeden Tag – und hatten doch keinen Streß. Die Stopps unterwegs war kurzweilig und interessant, etwa bei Turnvater Jahn oder beim alten Ribbeck. Kurzum, wieder einmal hat sich bestätigt, dass auch Deutschland ein attraktives Ziel für Motorradfahrer ist. Wir kommen gerne wieder.


Über die Havel ging’s mit der Fähre. Diese Überfahrt werden wir sicher nicht vergessen – war doch „Standsicherheit“ gefragt.

Zum Abschluss ans Stettiner Haff

Zum Abschluss unserer abwechslungsreichen Woche geht’s ans Meer. Mönckebude am Stettiner Haff ist das Ziel. In Burg Stargard legen wir direkt am Marktplatz eine kleine Kaffeepause ein. Gegen Mittag ist dann die Ostsee erreicht. Wir sitzen vor der Gaststätte „Zum Goldenen Löwen“ an einer langen Tafel in der Sonne und genießen fangfrischen Fisch.

Ein kleiner Verdauungsspaziergang führt uns im Anschluss an den nahegelegenen  Strand, auf dem einsam ein paar Strandkörbe stehen. „Am Wochenende war hier richtig was los, da kamen vor allem die Berlin“, erklärt uns der Juniorchef – wir hingegen genießen die Ruhe. Wie überhaupt die ganze Woche recht beschaulich zuging. Und alle fanden es toll.

160 Kilometer noch, dann sind wir wieder im „Hotel Gutenmorgen“. Auf dem Weg zurück werden wir noch mal mit allen Facetten des regionalen Straßenbaus konfrontiert: grobes Kopfsteinpflaster, üble Plattenwege, holprige Nebenstrecken und gut ausgebaute Landstraßen, es ist alles dabei. Das Herz des GS-Fahrers freut´s.

In Lychen legen wir – mit traumhaftem Blick auf den See – im Strandcafé die letzte Pause ein. Ein wenig Melancholie macht sich breit. Noch eine gute Stunde Fahrt und die Motorradwoche in der Uckermark neigt sich dem Ende zu. Auf den nun folgenden Kilometern treffen wir auf Stefan mit seiner Gruppe und fahren das letzte Stück des Weges gemeinsam. Noch einmal tanken, dann sind wir wieder zurück im „Hotel Gutenmorgen“.

Heute Abend werden wir noch mal schön zusammen essen, morgen trennen sich unsere Wege. Nicht lange. Den einen oder anderen werden wir am Donnerstag wiedersehen. Dann geht’s über den Feiertag in den Bayerischen und den Böhmerwald.


Idylle pur – der feine Sandstrand am Stettiner Haff. So richtig nach Meer sieht das hier aber nicht aus.

Zu Besuch im Havelland

Zwei Tage bleiben uns noch, bevor am Samstagabend unsere Motorradtour durch die „Toskana des Nordens“ so langsam zu Ende geht. Heute wollen wir dem „alten Herrn Ribbeck“ im Havelland einen Besuch abstatten. 

Strahlend blauer Himmel schon am frühen Morgen. Der Wind frischt auf, die Temperaturen sind gerade so zweistellig. Ideales Wetter zum Motorrad fahren. Neuruppin ist unser erstes Ziel. Inmitten der Altstadt liegt das „Up-Hus-Idyll“ – ein sehenswerter, renovierter Gebäudekomplex, den die Besitzer im Jahr 1990 für 10.600 Mark kauften – und dafür auf den gerade zuteilungsreifen Trabbi verzichteten.
Ein kleiner Bericht im Reiseführer machte Lust, sich die zwischenzeitlich renovierte Häuserzeile mal anzuschauen. Doch „Altstadtbesichtigungen“ sind auf dem Motorrad nichts, zumal uns einige Baustellen und Sackgassen behindern, so dass wir auf gelegentlich unorthodoxem Wege über das reichlich vorhandene Kopfsteinpflaster rumpeln und nur einen kurzen Blick auf die Sehenswürdigkeit werfen. Amüsant war’s allemal.
Gut eine halbe Stunde später erreichen wir Ribbeck, den kleinen Ort, in dem ein Birnbaum und die Großzügigkeit seines Besitzers einst Geschichte schrieb – und ein wunderschönes Gedicht. Wir sitzen im Hofgarten beim „Ribbecker“, essen (natürlich) Birnenkuchen, trinken Kaffee und schlendern anschließend zur kleinen Kirche, um einen Blick auf den Stumpf des legendären Birnbaums vom alten Herrn Ribbeck zu werfen, der 1911 einem Sturm zum Opfer fiel.
Weiter geht’s Richtung Kloster Lehin, wo wir in der Zillestube unsere Mittagspause einlegen wollen. Bei Küstritz queren wir auf einer kleinen Fähre die Havel. Die wird mittels eines Kette durch den Fluß gezogen. Nahe des anderen Ufers gerät die Kette unter Spannung, plötzlich geht ein heftiger Ruck durch die Fähre und sechs von acht Motorräder fallen einfach um, obwohl die Fahrer im Sattel saßen und die Füße fest am Boden hatten.
Helle Aufregung! Zum Glück ist nichts passiert – nur ein ordentlicher Schreck sitzt und in den Knochen. Mit vereinten Kräften stellen wir die Maschinen wieder in die Senkrechte und können bald darauf weiterfahren. Einen kurzen Zwischenstopp legen wir noch am „Sprunghügel“ von Otto Lilienthal ein. Nahe Drewitz, am Mühlenberg, schaffte er 1891 die ersten Flugversuche. Heute erinnert ein filigranes Denkmal daran.
Zwei Wege führen dorthin. Stefan folgt dem Verlauf der asphaltierten Straße, während wir das Ziel über einen entsprechend ausgeschilderten Feldweg erreichen. Und der führt erfreulicherweise noch drei Kilometer legal unbefestigt durch den Wald, bis wir die Straße wieder erreichen.
In der Zillestube wartet schon ein leckeres Mittagessen auf uns. Im Biergarten sitzend, lassen wir uns von der Küche verwöhnen, bevor wir einen Abstecher zum gut 80 Kilometer entfernt Ferchesarer See unternehmen. Dort soll ein Nachbau des U 96 liegen, „das Boot“, in verkleinertem Maßstab. Doch das U-Boot muss wohl gerade abgetaucht sein – also genießen wir die stimmungsvolle Aussicht und beschließen, im nahegelegenen „Café Waldschlösschen“ die Nachmittagspause einzulegen. Eine Idee, die auch Stefan hatte, den wir hier mit seiner Gruppe wiedertreffen.
Auf zumeist gut ausgebauten Straßen geht’s zurück in Hotel, nicht ohne vorher noch mal getankt zu haben. Und so ist es schon fast halb sieben, als wir die Motoren für heute abstellen. Schön war’s wieder, am vorletzten Tag unserer Reise durch die Uckermark.


Mittlerweile wächst ein neuer Birnbaum an der Kirche von Ribbeck. Der alte war 1911 einem Sturm zum Opfer gefallen.

Ein Blick auf die Elbe

Heute ist Mittwoch und zumindest „meine“ Gruppe fährt heute die „Mittwochstour“ – und damit Richtung Elbe. Stefan hingegen wird einen Abstecher ins Nachbarland Polen unternehmen, wo wir ja gestern schon waren, und dabei gleich zweimal die Oder überqueren. Nur, damit es nicht wieder zu Verwechslungen kommt 😉

Wir starten bei strahlendem Sonnenschein. Auf erstaunlich gut ausgebauten Straßen fahren wir Richtung Blumenthal. Dort steht einer der höchsten Holz-Aussichtstürme Deutschlands. Der ragt mitten aus dem Wald; die Zufahrt wird nur mit einem kleinen Schild am Wegesrand angezeigt.
Die ersten 100 Meter unbefestigter Wegstrecke lassen sich noch gut bewältigen. Dann verschwindet der schmale Pfad zwischen dichtem Gehölz – und da es in der Nacht kräftig geregnet hatte, ist der holprige Waldweg stellenweise leicht morastig. Nur langsam geht es voran. Zu allem „Unglück“ ist nun auch vom Turm nichts mehr zu sehen ist.
Wenig später stoppen wir auf einer kleinen Lichtung; ein „Wanderweg“ führt rechter Hand bergan. Wir gehen zu Fuß auf Erkundungstour und erreichen schon bald, wonach wir gesucht haben: den Blumenthal-Turm. Insgesamt 44,65 Meter hoch und einzig zu dem Zweck erbaut, eine tolle Aussicht auf die Prignitz zu bieten. Wer die 164 Stufen gen Himmel erklimmt, wird beeindruckt sein.
Noch eine gute halbe Stunde Fahrt und wir erreichen das Storchendorf Rühstadt. Kurz zuvor legen wir „am Deich“ noch einen kurzen Fotostopp ein, um einen imposanten Blick auf die Elbe zu erhaschen, die links der Straße fließt.
In Rühstädt brüten wohl an die 30 Strochenpaare – fast auf jedem Hausdach findet sich ein großes Nest. Wir schießen eifrig Fotos und kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
Lanz ist unser nächstes Ziel. Ein winziger Flecken auf der Landkarte. „Turnvater Jahn“ ist hier geboren. Eine „Jahn-Kastanie“, ein „Jahn-Gedenkstein“, vor allem aber eine kleine Ausstellung halten die Erinnerung an den Mann mit dem Rauschebart wach, der einst als Hilfslehrer in Berlin sein Brot verdiente und der – unter dem Deckmantel der Leibesertüchtigung – zu paramilitärischen Übungen gegen die Preußen besetzt haltenden Franzosen aufrief.
Es wird Zeit fürs Mittagessen. Nur ein paar Kilometer noch und wir erreichen in Lenzen das Burghotel; eine echte Empfehlung. Auf einer kleinen, sonnendurchflutenden Terrasse sitzend, genießen wir „Bauernomlette“ oder „Soljanka“.
Vom „Drei-Sterne-Haus“ in gediegener Atmosphäre geht es relativ direkt zum „Eisfenster“ mit Plastikstühlen an der Straßenecke. Milieustudie in Rheinkultur – aber nett und sympathisch.
Das „Borcherts“ in Putlitz ist unser Ziel. Als die DDR noch existent war, gab es hier schon leckeres Softeis – damals eine Rarität im Land des existierenden Sozialismus. Ines, Tochter des Gründers Bernd Borchert, und gelernte Feineiskonditorin, schmeißt mit Mann und Freundin heute den Laden – mit lockerem Mundwerk. Widerspruch zwecklos.
„Watt willste? Vanille? Heute ham wa Vanille mit Mango, janz lecker. Nimmse die jroße Portion, für zwee Euro“. Schwupp, hast Du die Waffel in der Hand. Unser Eis essen wir schräg gegenüber im Freien, auf einem kleinen Platz, auf dem grüne Plastikstühlen stehen. Und während wir unser Eis so schlecken, beobachten wir das muntere Treiben am „Eisfenster“.
Unablässig wird da geklingelt. Handwerker legen einen kurzen Stopp ein, Rentner schauen vorbei, Mütter mit Kindern und Kinder ohne Mütter. Sie alle kaufen ein Eis und werden noch dazu mit einem coolen Spruch von Ines bedient. Ein echtes Erlebnis.
Noch eine gute Stunde Fahrt und wir sind wieder im Hotel. Das Feierabendbier wartet schon auf der Terrasse des „Hotel Gutenmorgen“ – und dann gibt’s noch was zu feiern: Ulrich hat Geburtstag. Glückwunsch!
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Die Elbe reicht ganz nah an unsere Strecke. Nur ein Deich trennt uns vom mächtigen Fluss.

Wenn aus dem Mittwoch ein Dienstag werden soll

Der Himmel ist bedeckt, als wir am zweiten Tag unserer Reise durch die Uckermark die Motoren starten. Dank unterschiedlicher Wetter-Apps haben wir die freie Wahl, was die Vorhersage betrifft: von bewölktem Himmel bis hin zu schweren Gewittern ist alles möglich. Wir bleiben – wie immer – zuversichtlich.

Richtung Elbe wollen wir heute fahren – eigentlich. Denn heute müssen zwei Routen getauscht werden. Die Strecke, die wir für Dienstag geplant haben, wollen wir erst am Mittwoch fahren, weil das Gasthaus, dass wir uns für die Mittagsrast ausgesucht haben, Dienstag Ruhetag hat. Also kommt heute Mittwoch dran und Mittwoch Dienstag. Eigentlich ganz einfach.
Stefan fährt als erster los, ich folge wenige Minuten später. Anders als gestern sind wir vorwiegend auf gut ausgebauten Bundesstraßen unterwegs und kommen gut voran. Kurz vor dem ersten Kaffeestopp hatte ich einen Abstecher zum so genannten Blumenthal-Turm eingeplant. Der müsste jetzt so langsam in Sichtweite kommen.
Und in der Tat, bald darauf taucht linker Hand ein imposanter Aussichtsturm auf. Jetzt müssten wir einen Bogen fahren, um unser erstes Etappenziel zu erreichen, denke ich mir und kann dann auch schon nach wenigen Kilometern den Blinker links setzen. Doch irgendetwas stimmt nicht. Auf der Suche nach dem Ziele zoome ich ins Navi – und lese mit Schrecken „Göring“ auf dem Display.
Schlagartig wird mir klar, was hier falsch läuft. Wir sind auf der Dienstagsroute unterwegs, die doch erst morgen gefahren werden sollte. Da wollten wir im Wald bei Groß-Dölln mal schauen, wo der Landsitz Görings einst stand. Zumindest die Eingangsportale der ehemaligen Zufahrt sollen noch erhalten sein.
Ein Hoffnungsschimmer: vielleicht hat sich auch Stefan vertan und wir treffen ihn gleich bei der Kaffeepause. Die wollen wir am Döllnsee einlegen. Dort treffen wir statt Stefan und den Rest der Gruppe Hartmut mit Frau, zwei Teilnehmer, die – weil’s anders nicht ging – zeitgleich aber auf eigene Faust die Mecklenburgischen Seen entdecken wollen.
Zerknirscht schreibe ich Stefan eine SMS: wir sind auf dem Weg nach Polen. Da wird das Gelächter heute Abend groß sein. Weil Rumdrehen keinen Sinn ergibt, fahren wir weiter Richtung Schwedt, lassen den Abzweig nach Friedrichswalde aber rechts liegen. Die 7 Kilometer übelstes Kopfsteinpflaster sind mir noch aus früheren Touren in Erinnerung.
Kurz vor eins überqueren wir die Oder und fahren auf winzig kleinen Straßen durch Polen. Dichte Wälder umgeben uns, nur ganz selten durchqueren wir kleine Ortschaften. Kurz vor der deutschen Grenze findet sich rechts der Straße eine einladende Gaststätte, in der wir gut und preiswert zu Mittag essen.
Jetzt sind es noch gut 140 Kilometer zurück ins Hotel. Ein ums andere Mal werden wir von kopfsteingepflasteren Streckenabschnitten überrascht. Insgesamt aber kommen wir gut voran. Selbst das Wetter hat gehalten. Des morgens war’s ab und an ein wenig nieselig, aber nicht so viel, dass wir die Regenkombi hätten überziehen müssen.
Im Gegenteil. Beim nachmittäglichen Stopp, den wir diesmal an der Eisdiele in Zehdenick einlegen, lacht die Sonne vom Himmel, so dass auch die letzten 50 Kilometer Wegstrecke eine wahre Freude sind.
Krönung des heutigen Abends: im Hotel wird gegrillt. Die Chefin selbst steht am offenen Feuer und bereitet leckere Steaks und Würstchen zu. Perfektes Timing! Das angekündigte schwere Gewitter bricht erst herein, als wir mit dem Essen fertig sind. Morgen soll die Sonne wieder scheinen.
 
Und abends wird gegrillt. Herrlicher Abschluss eines tollen Tages.

Ein Land für GS-Fahrer

Güstrow sollte der nördlichste Punkt unserer heutigen Tagestour sein. Einmal entlang der vielen Seen Mecklenburgs wollten wir heute fahren und die Landschaft genießen, die sich uns äußerst vielfältig präsentierte. Laubwälder, deren frisches Grün in der Sonne strahlte, Rapsfelder, die bis zum Horizont reichten, ewig lange baumbestandene Alleen, idyllische Städte, weite Ackerflächen und vor allem Straßen, die die Fahrwerke unserer Motorräder bis zum Äußersten forderten.

Kopfsteinpflaster, Frostaufbrüche und welliger Belag – wohl dem, der große Räder, vor allem aber ordentlich Federweg vorweisen konnte. Wir hatten die Wahl: entweder breite und damit langweilige, aber in der Regel gut ausgebaute Landstraßen oder kleine, unübersichtliche Nebenstrecken, die Mann und Maschine forderten. Wofür wir uns entschieden hatten? Keine Frage, oder …
Der Fleesensee war unser erstes Ziel. Nach gut eineinhalb Stunden erreichten wir Malchow und steuerten ein nach dem See benanntes Hotel zur ersten Kaffeepause an. Auf der Terrasse sitzend, genossen wir die Aussicht sowie ein Stück Rhabarberkuchen – und wollten irgendwie gar nicht mehr weiter.
Die Mittagspause legten wir kurz nach 13 Uhr in der „Grenzburg“ am Inselsee ein. Hier ließen wir uns von einer überraschend einfallsreichen Küche verwöhnen. Insbesondere der frische Spargel, mit Rührei, gebratenen Schinken und Schwarzbrot war ein Genuss.
Auf dem Weg zurück zum Hotel war der Anteil der Bundesstraßen deutlich höher als am Vormittag, dennoch fanden wir noch ausreichend Rüttelpisten – dafür erst einmal kein Kaffee für die Nachmittagspause. Es war wie immer: wenn Du kein nettes Lokal brauchst, findest Du eben diese zu Hauf an jeder Straßenecke, aber dann, wenn Du sie suchst …
In Wittstock an der Dosse wurden wir schließlich fündig. Bei herrlichem Sonnenschein saßen wir am fein rausgeputzten Marktplatz und tranken Kaffee. Bis zum Hotel war es nun nicht mehr weit. Gegen 18 Uhr rollten wir auf dem Parkplatz aus und waren mehr als zufrieden mit unserem heutigen „Tagwerk“.
Nach dem Abendessen saßen wir noch lange auf der Terrasse zusammen, bis die Nacht so langsam hereinbrach. So kann es die ganze Woche über bleiben.
 
Eine kleine Stärkung zwischendurch. Motorradfahren ist anstrengend.

Jetzt geht’s los 

Die Motorräder stehen im Ducato, der Kaffee ist gekocht, die Brötchen sind geschmiert, nur tanken muss ich unterwegs noch mal. Gut 700 Kilometer liegen vor mir, als ich gegen 9 Uhr Richtung Uckermark aufbreche.

 Über die A5 und A7 geht es nach Hannover und Braunschweig, dann über Magdeburg weiter nach Berlin. Tempomat rein, einen vernünftigen Radiosender gesucht, die Musik auf laut – so lässt sich selbst die monotone Fahrt auf der Autobahn ertragen. Die meisten Teilnehmer sind schon seit Freitag unterwegs und touren auf herrlich kurvenreichen Straßen gen Osten. Das war mir leider nicht gegönnt. Ich nehme den „direkten“ Weg.
Dafür lasse ich die üblichen Autobahnstaus alle hinter mir. Es rollt und so liege ich gut in der Zeit. Zwei kurze Tankstopps, unterwegs mal kurz angehalten, um den Kaffee umzufüllen, schon wechsle ich nahe Neu-Ruppin auf die Landstraße. Gut 40 Kilometer noch und ich habe mein Ziel erreicht.
Viele Teilnehmer sind schon da, als ich meine G/S aus dem Transporter schiebe. Angesichts der zu erwartenden schlechten Straßen ist der alte Boxer sicher eine gute Wahl. Schauen wir mal, was die nächsten Tage so bringen.


Unterwegs ein Eierbrötchen – für den kleinen Hunger zwischendurch.