Archiv der Kategorie: Provence 2010

Nachtrag

Zwei Wochen ist es jetzt her, dass wir aus der Provence zurückgekehrt sind. Auf der Anreise Richtung Südfrankreich konnten wir noch einmal die höchsten Alpenpässe unter die Räder nehmen. Heute würde das nicht mehr gehen!

Großer St. Bernhard (2473 Meter): Wintersperre
Restefond (2678 Meter) und Bonette (2802): gesperrt
Iseran (2770): gesperrt
Madeleine (1993 Meter): Behinderungen durch Erdrutsch

Anfang Oktober waren alle Pässe noch frei befahrbar – und das zumeist bei strahlendem Sonnenschein. Wieder einmal Glück gehabt!

Verladefertig

Zurück im Hotel wird die BMW verladefertig gemacht

Die letzte Etappe

Im Navi haben wir eine Strecke gefunden, die uns den Weg durch Grenoble erspart und quasi am Zentrum vorbeischrammt. Ruckzuck sind wir auf der D 57, die uns kurven- und kehrenreich ins Massif de la Artreuse führt. Schnell ist der Col du Granier erreicht, auf dem wir eine kurze Kaffeepause einlegen. Dann geht es durch Weinberge und kleine Winzerdörfchen Richtung Fronterex. Während Georg mit seiner Gruppe die Cret De Chatillion, nahe Annecy unter die Räder nimmt, fahren wir das Plateau du Teppes hinauf.

Nach einer ausgiebigen Mittagsrast in einer schönen Auberge, in der wir uns noch einmal ein dreigängiges Menü – quasi zum Abschied gönnen – erreichen wir am frühen Nachmittag den Col de la Colombiére, den mit knapp 2000 Metern höchsten Pass dieser Tagesetappe. Bei strahlendem Sonnenschein sitzen wir auf der Terrasse der „Gipfel-Bar“ und genießen süße Leckereien und leckeren Cafe Creme. Noch eine knappe Stunde Fahrt und wir sind wieder in Chatel.

Dort angekommen, gab´s erstmal das übliche Feierabendbier, bevor mit dem Verladen der Motorräder begonnen wurde. So mancher hatte die Anfahrt auf der Autobahn nicht auf dem Motorrad zurücklegen wollen und die eigene Maschine auf den Anhänger oder den VW-Bus geschoben.

Zum Abendessen gab´s eine ordentliche Schlachtplatte auf französische Art sowie zum Nachtisch Eis in Baiser „verpackt“ und flambiert. Gelungener Abschluß einer tollen Woche, die uns über die höchsten Pässe der Alpen bis in die Provence geführt hatte. Und das Anfang Oktober!

Alle, die zuvor gemeint hatten, wir würden spätestens in den Bergen im Schnee stecken bleiben, waren eines Besseren belehrt worden. Sicher hatten wir (wieder einmal) riesiges Glück gehabt mit dem Wetter. Aber unser Mut war belohnt worden. Dieser Abschluss einer insgesamt gelungenen Motorradsaison war einfach klasse.

Und nächstes Jahr? Sollen wir wieder mutig sein? Und Anfang Oktober vielleicht nach Südtirol fahren? Was meinst Du?

Atemberaubend

Durch den Combe Laval führt eine atem(be)raubende Straße

Einmal durchs Vercors

Mit ein wenig Wehmut im Herzen verlassen wir die Provence. Nun geht es wieder Richtung Norden, Richtung Heimat. Auf kleinen Nebenstraßen, die häufig durch enge Schluchten und kleine Dörfer führen, in denen kläffende Hunde „ihre Straße“ verteidigen, erreichen wir zur Mittagszeit Chamaloc. In einer ehemaligen Kirche, die heute als Bar geführt wird, legen wir eine kurze Rast ein, bevor wir kehrenreich den Col de Rousset erklimmen. Auf der Passhöhe angekommen bieten sich fantastische Aussichten ins Tal.

Dann geht es ins Vercors, eine schluchtenreiche Gegend nahe Grenoble, in der sich atemberaubende Straßen finden. Etwa die am Combe Laval, die regelrecht aus dem Fels herausgetrieben wurde. Mit ein wenig Herzklopfen wagen wir die Fahrt auf schmaler Trasse, die natürlich vor- und nachher im Bild verewigt werden muss.

Der Abzweig am Grands Goulets ist wegen Bauarbeiten wohl schon seit längerem gesperrt, so dass wir einen kleinen, fahrerisch aber sehr attraktiven Umweg Richtung Villards-de-Lans fahren müssen. In Lans-en-Vercors finden wir im Schatten der Kirche eine nette Bar direkt neben einer Bäckerei, so dass die letzte Kaffeepause des Tages hier fast schon obligatisch ist.

Gut gestärkt geht es dann nach Grenoble; am Stadtrand, in Sassenage, haben wir ein kleines Hotel für die vorletzte Übernachtung gefunden. Morgen geht es dann zurück nach Chatel, dem Ausgangspunkt unserer erlebnisreichen Reise.

Schluchtenflitzer

Die Straßen am Verdon sind oft schmal und kurvenreich

Rund um den Canyon du Verdon

Heute steht wieder eine etwas größere Runde auf dem Programm: wir wollen zum Grand Canyon du Verdon und diesen einmal umrunden. Das heißt: heute Abend werden wir gut 330 Kilometer mehr auf dem Tacho haben!

Bei strahlendem Sonnenschein starten wir kurz nach neun und legen gut eineinhalb Stunden später auf dem Marktplatz von Valensole die erste Kaffeepause ein. Bis zur Mittagspause in La Palud, haben wir gut die Hälfte der Passage im Norden sowie die Schleife um die „Route de Cretes“ erkundet. Doch dann – als wir uns auf der Südrampe dem Ausgang des Canyons nähern, ist der Sprit alle – fast jedenfalls.

Eigentlich hatte es am Morgen geheißen, gut 200 Kilometer gehen locker. Und wenn überhaupt, müsste Andreas mit der TDM als Erster an die Tanke. Jetzt aber signalisiert die R 1200 GS von Harald, dass noch für 12 Kilometer Sprit vorhanden sei. Und die nächste Tankstelle in Moustier ist 22 Kilometer entfernt – und liegt zudem nicht auf der eigentlich geplanten Route.

Die „Experten“ geben Entwarnung. Bei den GSen der ersten Baureihe habe die Tankanzeige genau angezeigt. Restkilometer null habe dort bedeutet – nichts geht mehr. Heute gäbe es aber eine Toleranz, so dass wir Moustier auf alle Fälle noch erreichen müssten. Und das haben wir dann auch.

Mit vollem Tank ging´s zurück ins Hotel, nicht ohne in Banon noch eine Kaffeepause einzulegen. Gegen halb sieben hatten wir unser Ziel erreicht; wieder lag ein erlebnisreicher Tag voller Sonnenschein hinter uns. Morgen werden wir so langsam die Rückreise antreten. Das Ziel ist das Vercors nahe Grenoble.