Archiv der Kategorie: Elsass 2011

Zum Abschluss lecker Flammekuchen

Nun geht es leider schon wieder nach Hause. Die Koffer sind gepackt, die Getränkerechnungen bezahlt und die Gruppen neu eingeteilt. Charly, Ingrid, Henk und Maria wollen noch eine Woche nach Südtirol, Cora und Martin haben ihre Motorräder auf den Anhänger geschoben und fahren gemütlich im Auto zurück und Oskar muss doch früher nach Hause als geplant. So können denn auch Tourguide Georg mit Andrea gleich die Heimreise antreten, während Dieter und Uwe mit den verbleibenden Teilnehmern noch einen Abstecher zur Hohkönigsburg unternehmen. Bei „nur noch“ zwölf Teilnehmermotorrädern mit drei Tourguides unterwegs zu sein, wäre doch etwas übertrieben.

Zunächst ein Stück dem Verlauf der Weinstraße folgend, geht es nach einigen Kilometern doch wieder hoch in die „Berge“. Noch einmal genießen wir die herrlichen Kurven und Kehren, die uns hoch bis auf 757 Metern zur Hohkönigsburg führen. Der Blick von der „Aussichtsterrasse“, direkt an der Straße, ist beeindruckend. Die Burg auch, die wir aber nur im Foto festhalten. Wir wollen weiter, nach Seltz, hinunter an den Rhein.

Der Versuch, in einem der kleinen Weindörfchen, durch die wir nun fahren, vielleicht doch eine Bar oder ein Hotel zu finden, in dem sich eine kurze Kaffeepause einlegen ließe, scheitert, trotz mehrfacher Versuche, kläglich. Also klemmen wir uns auf den Autobahnring rund um Straßburg, um nicht mitten durch die Stadt fahren zu müssen. Dann geht es wieder auf kleinen und kurvigen Sträßchen immer Richtung Norden.

Gegen halb eins erreichen wir die „Auberge du Rhin“ in Seltz. Auf der Speisekarte steht vor allem Flammekuchen, den wir in allen Variationen bestellen. Mit diesem gelungenen Abschluss neigt sich das verlängerte Wochenende im Elsass endgültig seinem Ende zu. Die Heimreise tritt jeder nun individuell an. Schön waren sie, die vier Tage, im Nachbarland Frankreich, das wir wieder einmal bei bestem Wetter kennengelernt haben.

Diesmal geht es in den Norden

Hatten uns gestern die kurvenreichen Straßen und „hohen“ Pässe – die im Elsass „Col“ heißen – fasziniert, waren es heute die kurvenreichen Straßen, die dunklen Wälder und die farbenfrohen Dörfer, die uns begeisterten.

Über den „Collet du Linge“ ging es zunächst Richtung Trois Epis, um anschließend noch eine Schleife durch den Wald von Pfaffenheim und die Straße der fünf Schlösser zu drehen. In Labaroche wurde es Zeit für die vormittägliche Kaffeepause, die wir in einem kleinen Hotel unter Kastanien einlegten.

Dann ging es über die alte Bergarbeiterstadt Sainte-Marie-aux-Mines kurvenreich gen Norden. Am „Col de Fouchy“ fanden wir eine kleine Ferme auberge, in der sich lecker zu Mittag essen ließ, bevor wir unterhalb des „Champ du Feux“ – am „Col de la Charbonnière – den nördlichsten Punkt dieser Tagesetappe erreichten.

Bald darauf – und eine Handvoll „Cols“ später – waren wir wieder in Saint Marie und zweigten diesmal in das Tal von Baganelles ab. Zeit für einen Kaffee und ein Stück Blaubeerkuchen.

Hoch zum „Col du Bonhomme“ hatten wir erstmals mit nennenswertem Verkehr zu rechnen, bogen deshalb gleich zum „Col du Louschbach“ ab und erreichten, zahlreich kurven- und kehrenreiche Kilometer später, den „Col de Wettstein“. Von hier aus war es dann nicht mehr weit bis zum Hotel. Am Ende der Tour standen gut 270 Kilometer auf dem Tacho.

Morgen wollen wir noch einen Abstecher zur Hohkönigsburg unternehmen und dann in Seltz am Rhein gemeinsam zu Mittag essen.

Rund um den Grand Ballon

Sonne satt schon am frühen Morgen. Zwar ziehen sich über den Höhenzügen der „Route des Cretes“ ein paar Wolken zusammen, das soll aber nichts heißen. Kurz nach 9 Uhr brummen die Motoren; es geht hoch zum „Col de la Schlucht“. Den haben die Straßenbauer stellenweise mit einer ordentlichen Packung Split versehen, so dass wir zunächst sehr vorsichtig fahren.

Auf der kehrenreichen Strecke hinunter zum Wildensteiner See sind es ein paar Rennradfahrer, die uns immer wieder die Kurvenlinje verhageln und einfach nicht Platz machen wollen. Dann aber haben wir freie Bahn. Über den Col d‘ Oderen“ und den „Col du Menil“ erreichen wir „le Thillot“ und finden auf Anhieb die einzige offene Bar: Zeit für eine kleine Kaffeepause.

Anschließend fahren wir über ein winzig kleines, kilometerlanges Sträßen zur „Südrampe“ des Ballon d‘ Alsace. Jetzt geht es in breiten, gut ausgebauten, griffigen Kurven bergan. Ein tolles Stück Straße! Auf dem „Elsässer Belchen“ angekommen machen wir kurz Mittag, um über den „Col de Bussang“ – vorbei an der Quelle der Mosel – zum „Col Amic“ zu fahren.

Nach einer kleinen Runde um den im 1. Weltkrieg stark umkämpften „Hartmannsweilerkopf“ geht es schließlich hoch auf den “ Grand Ballon“, den mit 1362 Metern höchsten Punkt im Elsass. Zu Fuß laufen wir die letzten Meter bis zum Denkmal der Alpinisten und genießen eine fantastische Aussicht. Lohn der Mühe: ein leckeres Stück Pflaumenkuchen und eine Tasse heiße Schokolade.

Die letzten 40 Kilometer bis ins Hotel vergehen wie im Flug; noch einmal volltanken und wir sind startklar für die nächste Tagesetappe. Die führt uns morgen in den Norden der Vogesen.

Das große Durcheinander

Die ganze Nacht hatte es geregnet und auch früh am Morgen gingen am Sarner See noch einige Schauer nieder. So mancher Teilnehmer sah sich darauf hin veranlasst, möglichst schnell die Heimreise anzutreten. Der Hinweis, dass in der Regel die Niederschläge gegen 9 Uhr nachlassen würden, verfing bei den meisten nicht: Regenkombi an und ab.

Wohl denen, die den Tag ein wenig gelassener angingen. Wie prognostiziert hörte der Regen gegen 9 Uhr auf und der Weg ins Elsass konnte auf trockener Straße angegangen werden. Uwe führte die kleine Gruppe gut 250 Kilometer Richtung Norden, wobei nur Charly die Anschlusstour gebucht hatte. Alle anderen wollten irgendwann Richtung Deutschland abbiegen.

Im Hotel angekommen, begann das Chaos. Ein Zimmer fehlte. Zudem brauchte Franz-Josef jetzt ein Zimmer mit getrennten Betten, weil er dieses nicht, wie ursprünglich geplant, mit seiner Frau Moni, sondern nun mit Kai teilen sollte, der kurzfristig nachgerückt war. Ein Zimmer mit drei getrennten Betten hatte aber Michael bezogen, der eigentlich nur ein Einzelzimmer brauchte. Das aber fehlte.

Um das Chaos perfekt zu machen, hatte sich Lutz entschlossen, nicht nach Hause sondern mit ins Elsass zu fahren. Vielleicht hätten wir ja noch ein Zimmer frei. Hatten wir nicht, eher eins zu wenig. Georg bot sich an, sein Zimmer mit Lutz zu teilen, hatte aber nur ein französisches Bett zu bieten, dass wiederum Lutz nicht zusagte.

Als nach langem diskutieren keine Lösung in Sicht war, beschlossen wir, erstmal eine Runde Motorrad zu fahren. Das kleine Hotel hatte insgesamt 17 Zimmer – wir brauchten 17 Zimmer, wenn alle Teilnehmer da wären, würde sich schon klären, welches das fehlende Zimmer für Michael sei.

Also fuhren wir erst einmal Richtung Munster und Muhlbach nach Le Markstein. Auf gut 1300 Meter führte uns die kurvenreiche Strecke; auf der Route des Cretes war es frisch und windig. Deshalb stürzten wir uns über zahlreiche Kehren wieder talwärts, fuhren über die „Route du vin“ und dann zurück nach Stoßwihr.

Da saß ein glücklicher Lutz. Der hatte sich kurzerhand das freie Zimmer von Michael unter den Nagel gerissen und war nun betrübt, dass diese Rechnung nicht aufging. Jetzt war zwar das „vermisste“ Zimmer von Michael aufgetaucht, auch Franz-Josef und Kai hatten das gewünschte Zimmer, nun fehlte noch ein Bett für Lutz, der eigentlich gar nicht auf der Teilnehmerliste stand, trotzdem aber gerne bleiben wollte.

Wenn Oskar nun, der ein Einzelzimmer gebucht, aber ein Zimmer mit zwei Betten bezogen hatte, sein Zimmer mit Georg tauschen würde, der nun zwei Betten brauchte, um Lutz „Asyl“ anbieten zu können, wäre alles perfekt.

So haben wir es dann gemacht – und auch den Wirtsleuten verständlich machen können, die eigentlich kein deutsch sprachen und wir nur drei Brocken französisch.

Beim Abendessen, dass gut und reichlich war, war das Chaos längst vergessen. Nun freuen sich alle auf schöne Motorradtouren, von denen uns eine gleich morgen rund um den Grand Ballon führen wird.