Archiv der Kategorie: Berge & Meer 2015

Und wieder irrt der Wetterbericht

Der letzte Tag unserer kurzweiligen Motorradtour „Von den Bergen bis ans Meer“ ist angebrochen. In der Nacht hat es kräftig geregnet und so mancher befragt beim Frühstück sein Handy, was uns an Wetterkapriolen wohl noch erwarten würde, bis wir am Abend wieder in Flachau eintreffen. Gewitter werden gemeldet und kräftige Regendchauer – so zumindest die Prognose – nichts davon sollte eintreffen.

Als wir um kurz nach 9 Uhr starten, reißt der Himmel auf und die Sonne scheint. So kann es bleiben. Auf kleinen, kurvenreichen Straßen fahren wir zunächst zum „Passo di Lanza“ und  legen im kleinen Gasthaus links der Straße eine Kaffeepause ein – auch, um den letzten Kaffee in Italien genießen zu können.

Drei österreichische Endurofahrer treffen ein. Der eine weiß nicht wo er ist, der andere murmelt etwas von „Schotter fahren“ und der dritte versucht sich an der Landkarte neben der Bar ganz grob zu orientieren, hat aber auch so keinen rechten Plan. Den braucht er wohl auch nicht, denn ein kleiner Esel beendet den samstäglichen Ausflug der drei. Der schnuppert am Auspuff eines der Motorräder und schubst es dabei wohl vom wackeligen Seitenständer. Die XT fällt auf die neben ihr stehende Maschine, Spiegel und Kupplungshebel brechen – Ende der Vorstellung.

Wir setzen die Fahrt fort und schrauben uns wenig später den „Passo di Pramollo“ hinauf. Dann geht’s über die „Windische Höhe“ Richtung Weißensee. Ganz in der Nähe legen wir unsere Mittagpause ein und fahren dann weiter nach Gmünd. Die Straßen haben wir fast für uns alleine, auch auf der B99 ist erstaunlicherweise nichts los,

Wir biegen ab in Richtung Nockalm, lassen die Mautstraße aber rechts liegen, um nach einer herrlichen Fahrt durchs Hochtal in Schloß Mosham noch mal Kaffee zu trinken. Nun liegt nur noch der Radstädter Tauern vor uns.

Auf der Paßhöhe legen wir noch einen kurzen Stopp im Hotel Solaria ein, um Christian – einem der Schmidt-Brüder – noch mal kurz guten Tag zu sagen. Im Solaria übernachten wir bei unseren Touren auch immer wieder gern.

Auf direktem Weg ins Hotel gefahren würde bedeuten, gegen 17 Uhr da zu sein. Zu früh! Deshalb unternehmen wir noch einen Abstecher zum Dachstein – der sich uns in der Abendsonne in ganzer Pracht präsentiert-, um über Filzmos nach Flachau zu fahren.

Punkt 18 Uhr stehen wir wieder vorm Hotel Hartl. Und es hat den ganzen Tag nicht einmal geregnet, trotz zahlreicher anderslautender Prognosen. Noch einmal gemeinsam zu Abend essen, dann neigt sich auch diese abwechslungsreiche Motorradwoche dem Ende zu. Schön war’s wieder gewesen – danke an alle, die mit dabei waren.

Abendlicher Blick auf den Dachstein – herrlich, oder?

Durchs Friaul und die Dolomiten

Salami, Schinken. Mortadella, dazu noch ein Stück Hartkäse, etwas Brot und ganz viel Kaffee – so sieht das Frühstück aus, das wir uns auf der Hotelterrasse gönnen. Solchermaßen gestärkt, sehen wir den „Abenteuern“ des heutigen Tages gelassen entgegen.

Das erste wartet bereits in Sutrio auf uns. Da fahren wir auf der ganz alten Trasse hoch auf den Monto Zoncolan. Früher konnte man hier gut Enduro fahren, war der Weg doch komplett geschottert. Mittlerweile erleichtert welliger Asphalt das Fortkommen – doch die engen Kehren sind geblieben.

Mit denen kämpft insbesondere Lutz, der seine neue R 1200 RS meisterlich durchs enge Geläuf pilotiert;  trotz erheblich eingeschränktem Lenkeinschlag. Auch die tiefen Querrillen, die dem Wasserabfluss dienen, sind nicht unbedingt seins, werden aber mit kurzen, beherzten Gasstößen überwunden.

Wieder um Tal zweigen wir hinter Ovaro ab in Richtung „Forcella Lavadet“, legen unterwegs noch ein Kaffeepäuschen ein, und erreichen nach herrlich kurvenreicher Fahrt schließlich „Lago di Cadore“. Jetzt muss eine strategische Entscheidung getroffen werden: rechts ab würden wir ein erhebliches Stück der geplanten Route abkürzen und kämen wohl noch vor dem für den Nachmittag angekündigten Regen trocken ins Hotel. Links ab müssten wir noch deutlich mehr als 200 Kilometer fahren …

Natürlich setzen wir den Blinker links und Folgen der Staatsstraße in Richtung Belluno. In Longarone folgen wir zunächst der Beschilderung zum „Passo Staulanza“, biegen dann aber zum „Passo Cereda“ ab. Kurven- und kehrenreich schraubt sich das schmale Sträßchen bergan.

Rechter Hand lädt ein kleines Rifugio zur Mittagsrast. Wir bestellen eine „kalte Platte“ und bekommen reichlich Schinken und Käse in unterschiedlichsten Variationen. Genau das richtige für einen kurzen Stopp in den Bergen.

Bald darauf erreichen wir Cortina und zweigen ab in Richtung Misurina-See. Die Region scheint Wohnmobilfahrer förmlich anzuziehen, von denen wir einige auf den nächsten Kilometern „niederkämpfen“ müssen.

Kurz vor St. Stefano di Cadore fängt es tatsächlich leicht an zu regnen, so dass wir kurzerhand eine Kaffeepause einlegen. Kaum sind Espresso und Latte Macchiato bestellt, reißt der Himmel wieder auf, so dass wir auch die letzten, gut 50 Kilometer, im Trockenen unterwegs sind.

Morgen gehts (schon wieder) zurück nach Österreich und am Sonntag dann nach Hause. Irgendwie schade.

Mittagsrast in den Bergen – ein Teller Speck und ein Teller Käse; mehr braucht es nicht.

Es geht wieder gen Norden

So langsam heißt es Abschied nehmen. Wir verlassen Koper gen Norden und erreichen bald darauf die Grenze zu Italien. Trieste lassen wir links liegen und fahren auf kurvenreicher Strecke erneut Richtung Slowenien.

Bei Dol Pri Vogljah passieren wir erneut die Grenze und genießen die herrlich kurvenreichen Straßen, die wir fast für uns alleine haben. So langsam wird es Zeit für ein Kaffeepäuschen. Noch in Slowenien oder doch lieber im nahen Italien?

In Sempeter Pri Gorici finden wir eine kleine Bar, die Terrasse unter mächtigen, Schatten spendenden Bäumen gelegen, so dass wir noch in Slowenien den Kaffeestopp einlegen. Keine schlechte Entscheidung.

Wieder in Italien folgen wir über viele Kilometer hinweg dem Grenzverkauf zwischen Slowenien und Italien. Hier reiht sich eine Kurve an die andere, so dass die Kilometer nur so an uns vorbei fliegen. Gehen Mittag überqueren wir erneut die Grenze zu Slowenien und entdecken am nächsten Abzweig einen Hinweis zu einem Refugio. Also den Blinker links und immer den Berg hinauf.

Das Rifugio haben wir nicht gefunden, dafür standen wir irgendwann im Hof einer kleinen Pension, die auch Essen anbietet. Schnell wird im Garten ein Tisch für uns eingedeckt und eine ordentliche Portion Pasta ins heiße Wasser geworfen. Dazu noch ein frischer Salat und – für alle, die wollten – ein kleiner Nachtisch. Mensch, geht’s uns gut.

Bald darauf folgen wir dem Lauf der Soca und erreichen über Kobarid und Bovec wieder Italien. Bis auf über 1100 Höhenmeter schraubt sich die kurvenreiche Straße über den Pedril; ab Sella Nevea geht’s wieder bergab.

Zügig geht’s auf die SS 13 und dann auf eine parallel verlaufende Nebenstrecke. Die wartet mit einer unvermuteten Überraschung auf: Kurz vor Moggio Udinese ist eine Brücke weggesackt. Die „Umleitung“ führt zunächst unbefestigt parallel zum Fluss und dann mit einer Behelfsbrücke über diesen – schade.

Bei Tolmezzo setzen wir noch mal den Blinker rechts und fahren noch eine kleine Schleife über Paularo, um dann – kurz vor 18 Uhr – in Ravascletto einzutreffen. Gut eineinhalb Stunden später sitzen wir gemeinsam auf der großen Terrasse und genießen das Abendessen. Darauf hatten wir uns schon die ganze Woche gefreut.

Prachtvolle Aussichten im Socca-Tal. Slowenien ist immer wieder toll.

Es gibt doch noch Grenzen

Ein kleines Lokal mit Blick aufs Meer haben wir uns heute für die Mittagspause rausgesucht – zum Glück, wie sich schon bald zeigen sollte.

Auf Nebenwegen fahren wir Richtung Kroation. Vor der Grenze ein langer Stau. Es geht nur im Schritttempo vorwärts. Am „Schlagbaum“ wird der Ausweis verlangt – Kroatien gehört noch nicht zum Schengen-Raum. Dumm, dass zwei Teilnehmer das geforderte Dokument nicht dabei haben. Einreise verweigert.

Kurzerhand fahren Lutz und Charly zurück zum Hotel, während wir die Tour erst einmal wie geplant fortsetzen. Bei der ersten Kaffeepause werden wir uns schon zusammen telefonieren.

Kaum machen wir Rast unter schattigen Bäumen und genießen einen kräftigen Espresso, klingelt das Handy. Charly ist dran. Nachdem man das ganze Hotelzimmer auf den Kopf gestellt habe, sei der Ausweis an unvermuteter Stelle wieder aufgetaucht: er steckte in der Motorradjacke …

„Wo macht Ihr Mittag, wie kommen nach“, sagt Charly. Darauf ergibt sich ein Schnellkurs in Navi-Bedienung mit folgendem Dialog:

„Hast Du die Adresse?“. „Ich habe einen Wegpunkte gesetzt und gebe Dir die Koordinaten“. Schweigen. „Hast Du Dein Navi zur Hand?“ „Ja. „Drück mal auf ‚Find‘ und dann auf ‚Wegpunkte'“. „Ich habe keine Wegpunkte“. „Dann musst Du einen Wegpunkte setzten“. Schweigen.

„Drück mal auf ‚Mark‘ und dann auf ‚Enter'“. „Immer noch kein Wegpunkte“. „Du musst lang auf ‚Enter‘ drücken“. „Jetzt habe ich einen Wegpunkte“. „Prima, jetzt navigierst Du mit der Wippe zum Feld ‚Koordinaten‘ und änderst diese, so wie ich es Dir sage“.

Die nördlichen Koordinaten werden korrigiert und auf Enter gedrückt. Zu früh, wir müssen auch noch die östlichen Koordinaten ändern. Dann auf „go to“ und schon geht’s los. „114 Kilometer, gegen 12:30 Uhr sind wir da“, stellt Charly fest. „Das passt“, meine ich, „wir trinken noch unsern Kaffee aus und sind dann auch so gegen halb eins da“, meine ich.

Und so geschah es.

Charly war kurz vor uns da und freute sich wie Oskar. „Geht doch, man muss nur einen Wegpunkte haben“, meinte er. Gemeinsam genossen wir wenig später den fantastischen Blick auf die Bucht von … und ein sehr leckeres Mittagessen. Da hatten sich die Stapazen doch gelohnt.

Tolle Aussicht beim Mittagessen. Dafür sind wir bis nach Kroatien gefahren 😉

Der lange Weg zum Pferdesteak

Die heutige Tagesetappe führt uns, von den Bergen im Norden Sloweniens, bis ganz in den Süden, ans  Meer. Also einmal quer durch, gut 310 Kilometer. Nach den endlosen, sich kilometerlang aneinanderreihenden Ortsdurchfahrten hinter Maribor, zweigen wir bei Sentjur auf die schmale, kurvenreiche 424 und genießen jeden Kilometer – insbesondere jene Passage, bei der die  „Straße“ nur grob geschottert war.

Nach einer späten, aber ausgiebigen Kaffeepause in Sevnica, folgen wir der Save ein kurzes Stück, um uns sofort in das nächste Kurvendorado zu stürzen. Gut eineinhalb Stunden lang geht es in herrlichen Schwüngen nur links rum und dann wieder rechts rum. Kaum zweigen wir links von der 647 auf die 106 ab, findet sich rechter Hand eine kleine Bar. Leider gibt es hier nichts zum essen – und damit nimmt das Unglück seinen Lauf.

Während ich im Navi nach dem nächsten Gasthaus suche, fragt Charly einen der Gäste nach einer empfehlenswerten Möglichkeit zu Mittag zu essen. Einen Kilometer in die entgegengesetzte Richtung wäre was tolles, heißt es. Weil ich das mit den „Geheimtipps“ schon kenne, sage ich zu Charly: „Ich schau mir das mal an, wartet hier, ich komme gleich wieder“. Hans-Jürgen war kurz im Gasthaus verschwunden, Heinz musste sich noch die Motorradhose anziehen und Lutz saß ganz entspannt auf der Terrasse. Da könnte ich die Zeit für eine kleine „Erkundungsfahrt“ nutzen. Dachte ich zumindest …

Kaum war ich vom Parkplatz auf die Landstraße abgebogen, versuchte mir Wolfgang zu folgen. Und weil Wolfgang los fuhr, fuhr auch Charly los, obwohl weder sein Vordermann noch sein Hintermann startklar waren. Die standen noch verwundert auf dem Parkplatz und fragten sich, was denn nun los sei?

Unterdessen war ich der Beschilderung zum nächsten Gasthaus gefolgt. Da sich der Tipp – wie vermutet – als „Ente“ herausstellte (erfahrungsgemäß ist die Entfernungsangabe „in gut einem Kilometer“ ein recht dehnbare Begriff), fuhr ich kurzerhand auf Nebenstrecken zurück zur Bar – ohne, dass Wolfgang oder Charly davon etwas mitbekamen.

Kaum war ich wieder am Parkplatz, kamen mir die letzten drei entgegen, die fröhlich an mir vorbei fuhren – statt zu warten oder zumindest zu mir zurück zu fahren. „Warum, es war doch niemand hinter Dir“, hieß es später zur Begründung.

Nun waren alle irgendwie unterwegs und keiner wusste, wo es denn nun eigentlich hingehen sollte. Klar gibt es Gruppenregeln, mit „Verantwortlichkeiten“ für den Hintermann und der Bitte, nicht einfach wahllos durch die Gegend zu fahren. Aber wenn alle fahren …

Es dauerte nicht lange, da klingelte mein Handy. „Wir stehen hier alle an der nächsten Tankstelle, sollen wir wieder zur Bar kommen“, lautete die kleinlaute Frage. Aber bitte, ja!

Die anschließende Suche nach einer Möglichkeit einzukehren, gestaltete sich auch im weiteren Verlauf schwierig. Alle Gasthäuser, die das Navi kannte – und die annähernd auf unserer Route lagen – hatten zu. In Nova Vas stoppten wir wieder an einer Bar. „Nein, zu essen gebe es hier auch nichts“, sagte man uns. Aber am Abzweig, 100 Meter weiter…

Ich stehe vor einer verschlossenen Pension. Rechts davon ein schmaler Weg, dahinter ein romantischer Garten, mit Tischen und Bänken, an denen Menschen sitzen und essen. „Wir wären sieben und würden gern zu Mittag essen“, sage ich. „Aber gern“ bekomme ich zur Antwort. Eine halbe Stunde später stehen zwei Grillteller, dreimal Sardinen, ein vegetarisches Menü, das klang wie Minestrone aber nicht die erwartete Suppe war und ein Pferdesteak aus der Hüfte auf dem Tisch. Geht doch 😉

Die restlichen 110 Kilometer haben wir dann im Eiltempo abgespult und waren gegen 17:30 Uhr am Meer. Jetzt denken wie

Jetzt denken wir verstärkt darüber nach, ob es an der Zeit ist, „betreutes Fahren“ ins Programm aufzunehmen.

Wir haben lange gesucht – und dann doch eine tolle Gelegenheit zum Mittagessen gefunden.

Touren im Drei-Länder-Eck

Strahlend blauer Himmel, schon am frühen Morgen. Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir zur Drei-Länder-Tour. Zunächst führt uns die Route, auf winzig kleinen Straßen – bei denen der Asphalt stellenweise nur noch zu erahnen ist, Richtung Österreich.

Nahe „Sv. Duh Na Ostrem Vruh“ passieren wir – hoch oben in den Bergen – einen unscheinbaren Grenzübergang, um – nur kurz durch Österreich fahrend – bald wieder nach Slowenien zu wechseln. Kilometerlang folgen wir mehr oder weniger der Kammlinie, die immer wieder prächtige Ausblicke ins Tal bietet.

Nahe „Sentilj V Slov. Goricah“ legen wir die erste Kaffeepause ein, um anschließend über Kilometer hinweg dem Lauf der Mur zu folgen. Die bildet die Grenze zwischen Österreich und Slowenien. Gegen Mittag haben wir unser erstes Ziel erreicht und stoppen nahe des Drei-Länder-Ecks von Österreich, Slowenien und Ungarn.

Im Gasthof Hirtenfelder, in Windisch-Minihof, stärken wir uns mit Kasnockerln; kurz darauf sind wir auch schon in Ungarn. Wir folgen dem Grenzverlauf gen Süd-Westen und fahren dabei durch Ortschaften mit so lustigen Namen wie Alsózölnök oder Tótfalusi.

Dann heißt es „Meter machen“. Wir fahren auf relativ breiten Straßen durchs flache Land. Kurz vor Gornja Radgona finden wir eine kleine Eisdiele und machen noch mal ausgiebig Pause.

Dann sind wieder kleine Nebenstraßen angesagt. Alles, was unbefestigt ist, lassen wir (leider) aus; schon früh am Morgen mussten wir so manchen Schlenker einlegen, um ausschließlich Asphalt unter den Reifen zu behalten.

Maribor streifen wir bald darauf nur am Rande. Dann sind wir auch schon wieder zurück im Hotel. Schnell noch nach der Ursache der fehlenden Navi-Stromversorgung an Gerd Motorrad gesucht – dann „läuten“ wir den Feierabend ein.

Morgen fahren wir nach Koper, an die slowenische Adriaküste.

Zufallstreffer – die Eisdiele lag gerade zur rechten Zeit am Wegesrand.

Kurven zum Niederknien

Mystisch hängen die Wolken am Morgen tief über den Wiesen vorm Hotel. Die Sonne bahnt sich zunächst nur mühsam ihren Weg durch den bleiernen Dunst. Doch als wir um kurz vor 9 Uhr auf die Motorräder steigen ist der Himmel wieder strahlend blau.

Über die Seitenalm fahren wir zunächst Richtung Schladming und dann auf die langweilige B 320. Gut 20 Minuten lang heißt es, am besten Mitschwimmen im Verkehr, dann ist der Abzweig zum Sölkpass erreicht. Beschwingt steigt die schmale Straße auf über 1700 Meter an – obwohl Sonntag und Urlaubszeit hält sich der Verkehr noch in Grenzen.

Auf der Talfahrt lädt die idyllische Jausenstation Dorferhütte zu einer kleinen Kaffeepause, dann geht es – vorwiegend auf kleinen, kurvenreichen Nebenstraßen Richtung Stolzalpe.

Die B 96 lädt mit ihren langgezogenen Kurven anschließend zu einem flotten Zwischenspurt ein, bevor wir in Hüttendorf eine kleine Mittagsrast im Schatten der imposanten Dorfkirche einlegen.

Die dann folgenden Kilometer durchs Klippitztal und die sich anschließende Hochebene sind zum Niederknien schön. Kurve um Kurve, Kehre um Kehre, zieht sich das schmale Asphaltband durch den Wald, schraubt sich rauf auf mehr als 1600 Meter, um sich bald darauf wieder ins Tal zu stürzen. Nur zwei, drei Autos auf mehr als 30 grandiosen Kilometern Wegstrecke – wir tanzen um die Kurven, dass es eine wahre Pracht ist.

In Schwanberg lassen wir die Motorräder ausrollen und gönnen uns, im Schatten mächtiger Bäume sitzend, ein kühles Eis. Wenig später liegt der Radlpass hinter uns – und wir sind in Slowenien.

Mächtig fließt die Drau rechts der Straße. Mit der Sonne im Rücken wirkt das vor uns liegende „Ensemble“ aus Fluß, adretten Ortsdurchfahrten, idyllischen Streuobstwiesen und hohen  Bergen wie gemalt – einfach herrlich!

Kurz vor sechs sind wir im Hotel und gönnen uns erst mal ein Feierabendbier. Nach dem Essen geht’s dann auf die Dachterrasse, um den lauen Sommerabend zu genießen. Morgen fahren wir ins Drei-Länder-Eck.


In Schwanberg gönnten wir uns eine kurze Pause in einem kleinen Straßenkaffee – der große Eisbecher war da der Renner.