Ein Tag in den Wolken

Es geht zurück nach Frankreich – da, wo der Himmel wolkenverhangen ist. Nur langsam schiebt sich am Morgen die Sonne über die Berge, während wir unser opulentes Frühstück genießen.


Gut 300 Kilometer und die kurvenreiche Strecke der „Route des Cols“ liegt vor und, bevor wir gehen Abend wieder in Carcassonne sein werden. Kaum haben wir – auf der N 260 fahrend – die Grenze zwischen Spanien und Frankreich passiert, setzen wir den Blinker rechts und folgen nun dem Pyrenäenkamm in östlicher Richtung, auf möglichst kleinen Straßen. Doch die Wolken hängen tief, an diesem Morgen, wann immer wir auf über 800 Meter klettern, fahren wir in dichtem Nebel.


Auf dem ersten Pass muss erst einmal die Brille im Tankrucksack verstaut werden. Dann geht es weiter. Kaum fahren wir wieder ins Tal, ist der „Wolkennebel“ weg, kaum gewinnen wir am nächsten Paß erneut ab Höhe, ist er wieder da. Dann heißt es die Augen zu ganz kleinen Schlitzen zusammenkneifen und die Wangen von ganz kleinen Wassertröpfchen, die wie Nadelstiche „schmerzen“ massieren lassen.

Das geht ein paar Minuten, dann muss das Visier doch ein wenig heruntergeklappt werden. Das beschlägt natürlich sofort, so dass mit dem Finger gewischt wird, was aber nur kurzzeitig hilft. Also, Visier wieder hoch und die Augen zusammengekniffen und ein paar Mintuten später, das Visier wieder zwei Rasten nach unten geklappt … Ihr kennt das?

Je höher wir kommen, umso geringer wird die Sicht. Besondere Aufmerksamkeit erfordern einige Rennradfahrer, die ohne Beleuchtung – völlig aus dem Nichts – plötzlich vor uns auftauchen. Und so manche enge Kehre, deren Verlauf wir nur erahnen können.


Bis Seix kämpfen wir uns so Kilometer für Kilometer durch die Berge, dann legen wir – nach gut 100 Kilometern Wegstrecke – am Marktplatz eine erste Kaffeepause ein.

Weiter geht’s bis nach Tararscon-sur-Ariège, auf jedem Col im Nebel. Wir malen uns aus, wie herrlich wir hier bei strahlendem Sonnenschein hätten Motorrad fahren können. Aber das heutige Wetter hat auch was. Es wird Herbst, das ist deutlich zu spüren. Die ersten Blätter an den Bäumen verfärben sich gelblich, schon liegt Laub auf der Straße. Der dichte Nebel taucht so manchen Col in ein mystisches Licht, weil sich die Sonne doch immer wieder mal durch die Wolkendecke zu kämpfen versucht.

Wir finden eine kleine Bar zur Mittagsrast; kaum haben wir Platz genommen, kommt auch Stefan vorbei und gesellt sich zu uns. Schön, wenn die Gruppen annähernd die gleichen Strecken fahren 😉


Nach dem Essen nur noch trockene Straßen. Der Nebel hat sich verzogen, jetzt läuft es wieder flüssig. Rund zwei Stunden sind wir non-stop unterwegs. Gut 30 Kilometer von Hotel entfernt muss aber doch noch eine kurze Kaffepause direkt an der Bar eingelegt werden, damit die letzte halbe Stunde nicht doch noch zur Qual wird.


Gegen halb sechs sind wir im Hotel, wer mag, bricht noch mal zur alten Festungsstadt von Carcassonne auf, um aus der Entfernung ein paar schöne Bilder zu machen oder den Festungsring von ganz nah zu betrachten.


Morgen geht es weitere 300 Kilometer zurück in Richtung Macon – nur zwei Fahrtage bleiben uns noch ;-(

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