Norwegen – ein erstes Fazit

Wir sind zurück von unserer mittlerweile vierten Reise nach Norwegen. Vom Südkap bis hoch zu den Lofoten, von der Bergbaustadt Roros, ganz im Osten, bis hinüber zum Westkap sind wir schon unterwegs gewesen. Immer wieder hat uns dieses ganz besondere Land fasziniert.

In diesem Jahr hat uns eine Eigenschaft der Norweger auf eine harte Probe bestellt, die wir so gar nicht kennen: ihre Gelassenheit und ihre unbedingte Liebe zum frühen Feierabend. Um 16 Uhr fällt werktags der Hammer.

Als mein Motorrad mit Elektrikproblemen liegenblieb, war ich sehr froh, dass es in Sogndal – der Ort, in dem wir auch die Hotelübernachtung gebucht hatten, eine Werkstatt gab. Doch als ich gleich am Dienstagmorgen vorsprach erklärte mir der Meister, freundlich aber bestimmt, dass er erst die Bremsscheiben am VW-Bus seines Freundes wechseln müsse, dann an einem Motorrad das Gabelöl auszutauschen sei und bei einer weiteren Maschine eine Inspektion anstünde. Mal eben kurz schauen, was die Fehlerursache an meiner BMW sei, das ginge nicht. Zudem: um 16 Uhr wäre Feierabend.

Er würde aber jetzt ein bisschen schneller arbeiten, dann könne er am Nachmittag vielleicht schon mal gucken. Um 16:05 Uhr bekam ich eine Mail, dass er morgen mal bei BMW anrufen würde, als ich um 16:15 Uhr vor der Werkstatt stand, war das Tor bereits verschlossen. Jo, jo (ja, ja) würde der Norweger jetzt mit stoischer Gelassenheit sagen.

Aber, der Ehrgeiz schien geweckt, am nächsten Tag um elf lief der alte Boxer wieder. Auch ohne Hektik und ganz ohne Streß war der Fehler behoben worden – wenn nicht heute (Dienstag), dann eben morgen (Mittwoch). Da können wir uns irgendwie schon eine Scheibe von abschneiden.

Freundlich, ruhig und zuvorkommend haben wir die Norweger wieder einmal erlebt. In den Städten wird am Zebrastreifen schon gehalten, wenn sich nur ein Fußgänger nähert, auf Landstraßen konsequent das Tempolimit von 80 km/h eingehalten. Was auf kurvenreichen Nebenstrecken durchaus angenehm ist, auf breit ausgebauten Europastraßen aber fast schon an Körperverletzung grenzt 😉

Apropos Straßen: wir überlegen, bei der nächsten Norwegentour vielleicht möglichst viel auf kleinen Naturstraßen unterwegs zu sein. Davon gibt es in Norwegen noch reichlich. Für die meisten muss zwar eine kleine Maut gezahlt werden, dafür führen diese Wege häufig durch eine faszinierende Landschaft, fern ab jeglicher Zivisilation. Und wenn unterwegs dann noch eine kleine Hytter zu einer Rast mit frisch gebackenen Waffeln mit leckerer Erbeermarmelade und einem Klecks Sahne einlädt, wäre unser Glück perfekt.

Was haltet Ihr von der Idee, den Südwesten Norwegens intensiv auf Nebenstrecken zu erleben? Die Landkarten dazu sind schon bestellt. In zwei, drei Jahren könnten wir eine solche Tour ins Programm nehmen – wenn Ihr wollt. Wir würden wollen …

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