Mehr als 9 Grad waren nicht drin

Die meisten können es kaum abwarten, dass wir endlich starten. Schon zehn vor neun stehen alle abfahrbereit auf dem Parkplatz und warten auf das „Morgengebet“ – die kurzen Erläuterungen zum Tag: Kaffeepause nahe Völklingen, Mittagessen an der Saarschleife bei Mettlach, Kaffeepause individuell für beide Gruppen. Und schon geht’s los.

Bei Temperaturen knapp über null Grad ist Motorradfahren schon eine Herausforderung. Aber Hauptsache es bleibt trocken – und das sollte es; den ganzen Tag.

Schnell ist die Grenze zu Frankreich erreicht. Wir touren über schmale landwirtschaftliche Wege und durch kleine Dörfer. Hin und wieder steht ein Bäcker mit seinen fahrbaren Verkaufsstand am Straßenrand; dann ist meist auch ein Franzose nicht weit, der eine Baguette, eingewickelt in ein weißes Stück Papier, nach Hause trägt.

Nach gut eineinhalb Stunden Fahrt der erste Stop: Kaffeepause. Endlich was Warmes. 9 Grad war die höchste Temperatur am Morgen – mehr sollte es den Tag über sich nicht werden.

Gegen halb eins erreichen wir das „Fährhaus“ an der Saarschleife bei Mettlach. Der Kanonenofen bollert vor sich hin, vor der großen Fensterfront fließt die Saar beschaulich vor sich hin und wir sitzen zusammen an einer großen Tafel und genießen, was die Speisekarte so bietet. Und das ist reichlich.

Gut gestärkt steigen wir wieder auf die Motorräder und treten den Rückweg an. Diesmal folgen wir dem Grenzverlauf auf der deutschen Seite. Ein Tankstopp wird zum Pit-Stopp, wie in der Formel 1: ich bin der erste, der tankt, also bin ich auch der erste der zahlt und könnte als erster schnell noch mal verschwinden. Da fast alle in der Gruppe dorthin wollen, könnte ich diese Zeit für einen außerplanmäßigen Kaffee nutzen. Das müsste klappen. Exakt! Noch bevor der Letzte den Schlüssel abgab, war die Tasse getrunken und ich am Motorrad.

Dafür gestaltete sich der „offizielle“ Kaffeestopp schwierig. Das Eis-Dolomiti in Großrosseln hatte schon geschlossen, die Pizza noch nicht auf, alle andren Gaststätten sagen nicht sonderlich einladend aus. Also: Blinkef links und kurz über die Grenze nach Petit-Roselle gefahren. Und siehe da: kaum in Frankreich fand sich sogleich eine Patissetie mit allem, was unser Herz begehrte.

Gut eine Stunde noch und wir waren wieder im Hotel, nicht ohne einen abenteuerliche Abstecher quer durch Sarreguemines.

Morgen wollen wir Richtung Saverne und dann ein paar Cols unter die Räder neben. Der angekündigte Frühnebel wird sich bis dahin hoffentlich verzogen haben. Sonst wird’s frisch auf den Höhenzügen …

Kurvenreich auf kleinen Straßen. Da wird einem bei Fahren warm ums Herz – auch wenn es sonst sehr kalt ist.

2 Antworten zu “Mehr als 9 Grad waren nicht drin

  1. Viele Grüße aus PACA (Provence Alpes Cotes d’Azur) 20º und Sonnenschein.
    LG uli

  2. Hier im Bliesgau ist es auch schön – zumal wir Motorrad und nicht WoMo fahren 😉

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