Zum Forelle essen ins Soca-Tal

TOURBERICHT FRIAUL
Montag, 2. September 2013 | 2. Tag

Kurz nach 9 Uhr brummen die Motoren. Wir starten von der Terrasse des Hotels Bellavista zu einer gut 300 Kilometer langen Tour. Blauer Himmel, Sonnenschein und angenehme Temperaturen – das verspricht ein schöner Tag zu werden.

Das erste Ziel ist der Monte Zoncolan, den wir auf kurvenreicher Strecke „erklimmen“. Die Westrampe, mit ihren vielen engen Kehren hinaufzufahren, hat seinen besonderen Reiz.

Weiter geht’s auf Nebenstraßen nach Tolmezzo und dann auf der N 52 immer Richtung Osten. In Chiusaforte zweigen wir rechts ab und folgen dem „Canale di Raccolane“. Es geht stetig bergan. Nach mehreren engen Kehrentunnels erreichen wir in Sella Nevea mit 1180 Metern der zunächst höchsten Punkt dieses Streckenabschnitts.

Wenig später finden wir am Wegesrand eine kleine Bar mit Sonnenterasse und legen ein verspätetes Kaffeepäuschen ein.

Am Passo di Pedril erreichen wir die Grenze zu Slowenien und tauchen ein in der Triglav-Nationalpark. Die Straße ist ein wenig rumpelig, die Streckenführung aber lässt keine Wünsche offen – bei strahlendem Sonnenschein inmitten diese traumhaften Bergwelt Motorrad fahren zu können, das hat schon was.

Unterwegs erinnern allerdings zwei alte Festungen daran, dass hier im Soca-Tal im Ersten Weltkrieg eine erbittert verteidigte Frontlinie lag. Im heute Vereinten Europa erscheint das irgendwie absurd.

Den Mangart haben wir links liegen gelassen, weil ein Bergrutsch die Zufahrt zum Gipfelplateau versperrt. Wenn wir Glück haben, finden wir statt dessen den Abzweig nach Lepena. Nahe eines wildromantische Seitenarms der Soca gibt es da ein kleines Lokal, das unheimlich leckere Forellen auf der Karte hat.

Wir haben Glück und können – in der Sonne sitzend – frischen Fisch mit Ofenkartoffeln und Gemüse genießen. Lecker! Dann wartet „der Virsc“ auf uns. 48 Kehren, vom Feinsten, die Hälfte davon kopfsteingepflastert. Wir lassen es munter angehen, bis wir im unteren Drittel auf eine Gruppe Harley-Fahrer treffen. Die bremsen vor jeder Kurve alles brutal zusammen, machen aber anschließend keinen Platz. Nach ein paar Kehren ist für uns Schluss mit lustig, wir setzen zum Überholen an und haben anschließend bis Kranjska Gora freie Fahrt.

Bald darauf ist wieder Italien erreicht; nach einem schnellen Ritt über die N 54 zweigen wir in Pontebba ins wildromantische Valle Aupa ab. So langsam wäre es Zeit für eine Pause, doch erst in Moggio findet sich eine Bar – natürlich direkt gegenüber der Kirche

Nach einem Espresso – für den üblichen Euro – müssen wir uns entscheiden: fahren wir relativ direkt und sind in gut 45 Kilometern in Ravascletto oder bauen wir noch einen Schlenker Richtung Villa ein und fahren auf winzig kleinen Straßen über die Berge?

Natürlich entscheiden wir uns für die zweite Variante und erreichen auf abenteuerlicher Trasse schließlich Zuglio. Jetzt noch schnell tanken, Punkt 18 Uhr sind wir wurde im Hotel – mit gut 310 Kilometer Wegstrecke auf dem Tacho. Schön wars, keine Frage. Morgen wollen wir ans Meer!

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Leckere Forellen aus der Socca – filetiert oder im Ganzen, auf alle Fälle sehr schmackhaft. Allein das lohnt einen Abstecher nach Slowenien.

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