Entdeckungstour ins Valle Dogna

TOURBERICHT FRIAUL
Sonntag, 1. September 2013 | Vortour

Es ist Sonntag. Charly ist schon da, alle anderen Teilnehmer werden erst im Laufe des Tages eintreffen. Und so wollen wir die Zeit nutzen und ein paar Strecken ausprobieren, die wir so noch nicht gefahren sind.

Ich lasse mich überreden, später als sonst üblich los zu fahren. Ein bisschen länger schlafen und ganz in Ruhe frühstücken – warum nicht? Das denkt sich wohl auch so manche italienische Familie, die das Wochenende ebenfalls im „Bellavista“ verbringt. An den Tischen um uns herum sitzen viele Mamas und Papas nebst Oma und Opa und vielen Bambini.

Gut gestärkt brechen wir um kurz nach 10 Uhr auf. Der „Monte Zoncolan“ ist unser erstes Ziel. Diesmal gehen wir den Berg von Norden an und fahren auf einer herrlich kleinen Straße bis nach Clavais. Der geplante Abzweig nach links führt ins Nirgendwo. Da, wo eigentlich ein Weg sein sollte, ist keiner. Nach einigen Suchen erreichen wir schließlich Liarus – von hier aus kennen wir den Weg.

Zügig geht es bergan. In vielen Kurven und Kehren gewinnen wir zunehmend an Höhe. Den „Zoncolan“ von dieser Seite aus anzufahren, hat durchaus was. Die drei kurzen Tunnels kurz vor dem Gipfel haben ihren Schrecken seit dem „Giro“ vor einigen Jahren verloren – zwischenzeitlich sind sie asphaltiert und beleuchtet.

Nach einem kurzen Fotostopp auf knapp 1800 Meter stürzen wir uns talwärts nach Paluzza, um „den Kampf“ mit einer italienischen Automatentankstelle aufzunehmen. Wir gönnen unseren Maschinen gut 11 Liter für satte 20 Eure und nehmen Kurs auf den „Lanzenpass“.

Rechtzeitig zur Mittagszeit erreichen wir das kleine Rifugio und bestellen – wie so oft – Spaghetti ragu. In der Sonne sitzend, genießen wir die kurze Rast. So macht Motorrad fahren Spaß.

Kurz hinter Pontabba zweigen wir ins „Val Dogna“ ab. Wir wollen herausfinden, ob es von dort aus einen Übergang nach Tarvisio gibt. Die Straße selbst ist als 18 Kilometer lange Sackgasse beschildert. Kurven- und kehrenreich geht es hinauf bis auf knapp 1400 Meter. Unterwegs bieten sich immer wieder imposante Ausblicke auf das gewaltige Bergmassiv, rechts der Straße.

Am Ende angekommen, geht es zwar noch weiter – zahlreiche Verbotsschilder aber machen deutlich, dass jetzt besser Laufen abgesagt wäre. Wir drehen um, zumal sich urplötzlich ein Gewitter zusammen zu Brauen droht. Von Nassfeld her schieben sich tiefdunkle Wolken über die Berge.

Im Tal angekommen finden wir gerade noch rechtzeitig eine Bushaltestelle, als auch schon ein heftiger Platzregen – mit Blitz und Donner – über uns hereinbricht. Wären wir heute Morgen gleich um 9 Uhr losgefahren, wären wir jetzt schon fast wieder in Hotel …

Nach gut einer halbe Stunde Wartezeit können wir weiterfahren und nehmen den direkten Weg nach Ravasletto. Gegen 16:30 Uhr sind wir zurück im Hotel Bellavista – gerade rechtzeitig, um Andreas beim Wechseln seines Vorderradreifens an der KTM zu zusehen.

Gegen 19 Uhr sind alle da; nach einem ersten Feierabendbier auf der Terrasse geht es zum Essen und dann an die Bar. Morgen wollen wir nach Slowenien zu. Virsc-Pass fahren. Mal sehen, ob das Wetter passt.

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Schnappschuss am Monte Zoncolan. Nach drei dunklen Tunnels schraubt sich die Straße in engen Kehren hoch aufs Gipfelplateau.

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