Garmins Basecamp ist Mist – derzeit zumindest

Gestern Abend konnte ich an einem GPS-Kurs teilzunehmen, den „Zweirad Norton“ in Mömlingen angeboten hatte. Zu diesem „Touratech-Stützpunkthändler“ bringe ich meine alte G/S immer wieder gern zur Inspektion hin, weil die Jungs echt was drauf haben. Und da am Dienstag sowie die „Jahresdurchsicht“ angesagt war, konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – schließlich liegt Mömlingen nicht gerade um die Ecke.

Mein Interesse an diesem Kurs hatte die Ankündigung einer kurzen Einführung in „Basecamp“ geweckt – das ist die neue Planungssoftware von Garmin. Bisher war „Mapsource“ für mich das Maß aller Dinge; bei allen Versuchen, mal die neue Software auszuprobieren, war ich kläglich gescheitert. Also wäre ein wenig Anleitung nicht schlecht, dachte ich mir. Zumal Teilnehmer unserer Touren schon mit „Basecamp“ gearbeitet hatten und gar Wunderliches berichteten.

Um es kurz zu machen: derzeit taugt Basecamp – nach meiner Einschätzung – nicht zur Tourenplanung. Und dafür gibt zwei gewichtige und einen persönlichen Grund:

1.) Anders als „Mapsource“ zeigt „Basecamp“ während der Planung am PC nicht an, wie lang die gewählte Route ist. Bei „Mapsource“ sehe ich, während ich meine Wegpunkte setze, exakt die Kilometerangaben – und kann dann überlegen, ob ich noch einen Schlenker mehr einbaue oder vom letzten gesetzen Wegpunkt relativ direkt zum Ziel der Tour fahre. „Basecamp“ zeigt die Länge der Route erst an, wenn die Planung abgeschlossen ist. Das erscheint mir äußerst unpraktisch.

2.) Viel schwerwiegende aber ist, dass Wegpunkte, die ich unterwegs als mögliche Ziele einplane, während einer Tour nicht mehr gelöscht werden können. Ein Aussichtspunkt, ein Fotostopp, ein Gasthof, der als so genannter Favorit abgespeichert wird, muss zwingend angefahren werden! Wer von der Route abweicht, weil der Unterwegs-Stopp vielleicht in einer Baustelle liegt oder keine Zeit mehr für einen geplanten Fotostopp ist, wird von seinem Navi so lange zu diesem Wegpunkt geführt, bis dieser „abgearbeitet“ ist. Ob er will oder nicht, der gesetzte Punkt muss angefahren werden.

Auch „Mapsource“ versucht, den avisierten Stopp anzunavigieren. Weicht man hier aber von der Route ab und nähert sich dem nächsten Wegpunkt, wird das eigentliche Ziel ignoriert und auf der programmierten Route weitergefahren. Das gesetzte Wegpunkte in einer Route nicht gelöscht werden können, macht diese Software für mich unbrauchbar.

3.) Ein persönliches Ärgernis: „Basecamp“ läuft zwar endlich auf dem Mac, bietet aber offensichtlich nicht die Funktionalität wie auf Windows-Rechnern.

Die Mehrfunktionen die „Basecamp“ bietet, wiegen die eklatanten Nachteile nicht auf. Wenn die geschilderten Mängel behoben sind, mag die neue Planungssoftware eine nachdenkenswerte Alternative zu „Mapsource“ sein. Bis dahin aber ganz bestimmt nicht. Leider meinte der Referent des Abends, dass man mit den geschilderten Schwächen wohl noch eine Weile leben müsse. Schade eigentlich.

BaseCamp

Basecamp soll die Planungssoftware Mapsource ablösen. Derzeit hat das neue Programm aber noch gravierende Schwächen.

Eine Antwort zu “Garmins Basecamp ist Mist – derzeit zumindest

  1. Werner Bauer

    Dies kann ich nur unterschreiben. Habe mich mehrfach an Basecamp probiert. War mit dem Ergebnis nie richtig zufrieden.
    Ich verstehe nicht, weshalb man eine bewährte Routenplanungssoftware nicht beibehält und sinnvoll weiterentwickelt. Vielleicht sitzen bei Garmin nur Softwareentwickler und keine Motorradfahrer.
    WB

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