Kein Picknick auf 1675 Meter

TOURBERICHT KORSIKA
Dienstag, 7. Mai 2013 | 7. Tag

Das „Defilé de l’Inzecca“ wird der nördlichste Punkt unserer heutigen Tagestour auf Korsika sein. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Wir starten, wie immer, um 9 Uhr und halten uns grob Richtung Norden. Die kurvenreiche D 69 schlängelt sich durch eine faszinierende Berglandschaft. Nach einer guten Stunde Fahrt haben wir den 1195 Meter hohen „Col de la Vaccia“ erreicht. Eine Rotte freilaufender Wildschweine liegt faul in der Sonne und weckt unser Interesse. Schnell sind ein paar Schnappschüsse gemacht; dann geht es auch schon weiter.

Bei der ersten Kaffeepause beschließen wir, heute zur Mittagszeit ein Picknick zu machen. Vielleicht an der Liftstation zum Skigebiet, an der Capanelle-Hütte? Erfreulicherweise finden wir „in den Bergen“ bald darauf einen kleinen „Supermarkt“, decken uns mit reichlich Wurst, Käse und Baguette ein – und fahren weiter, durch prächtige Wälder, mal bergauf, mal bergab.

Im Schatten des „Monte Renoso“ finden wir den Abzweig zur Skihütte und schrauben uns Meter für Meter nach oben. Das kleine, schmale Sträßchen ist in einem deutlich besseren Zustand als erhofft. Bei 1675 Meter ist der Endpunkt erreicht. Auf einem großen Plateau stellen wir die Motorräder ab und genießen die herrliche Aussicht. An den Hängen finden sich noch reichlich Reste von Schnee, zudem bläst ein kräftiger Wind, so dass wir beschließen, das Picknick im Tal einzulegen.

Schnell ist ein idyllisches Plätzchen gefunden. Eine leere Packrolle dient als Tischdecke, auf der die lukullischen Leckereien ausgebreitet werden. Im Gras sitzend genießen wir Käse und Wurst und lassen es uns so richtig gut gehen.

Bald darauf haben wir den nördlichsten Punkt der heutigen Etappe erreicht und schwingen durchs „Defilé“ – eine schmale Klamm, in der die Felsen dicht an die Straße rücken.

Am späten Nachmittag erreichen wir dann das „Bavella-Tal“. Mehrere Berggipfel stehen hier dicht hintereinander und bilden so eine imposante Kulisse. Diffuses Licht taucht die Szenerie in etwas Geheimnisvolles. Dabei erinnern die gezackten Gipfel an Montserrat – die „gesägten“ Berge – in Spanien.

Ein kleiner Fotostopp noch, bei dem sich wieder einmal ein Wildschwein zu uns gesellt, dann sind wir zurück im Hotel. Gegessen wird abermals im Hafen, dann wollten wir eigentlich zu Bett gehen. Doch einer unserer Teilnehmer hat seinen Schlüssel auf dem Zimmer liegen lassen – und die Rezeption ist nicht mehr besetzt!

Was tun? Die Schließzunge mit eine EC-Karte zurückschieben? Geht nicht. Über den Balkon klettern? Zu gefährlich. Auf einem Stuhl im Flur schlafen? Zu ungemütlich. Da entdecken wir an Eingang eine Telefonnummer, rufen an und versuchen mit dem wenigen französisch, das wir sprechen, unser Problem zu schildern.

„Dix minutes“ hören wir und hoffen, dass daraus keine französischen zehn Minuten werden. Weit gefehlt: wenig später fährt ein Auto vor und ein freundlicher Korse löst mit dem Generalschlüssel das Problem. So geht auch dieser abwechslungsreiche Tag für Alle letztlich zufrieden zu Ende.

20130508-075510.jpg

Käse, Salami und frisches Baguette – fertig ist das Picknick zur Mittagszeit

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s