Wieder einmal Glück gehabt

TOURBERICHT LAGO DI GARDA
Montag, 19. September 2011 | 2. Tag

Es nieselt früh am Morgen. Von unserem Frühstücksraum haben wir einen fantastischen Blick auf den Gardasee. Wie ein Schwalbennest klebt das Hotel am Berg und bietet uns ein atemberaubendes Panorama. Wenn es nur nicht regnen würde.

Obwohl: Man muss schon ganz genau hinschauen, um zu erkennen, dass es aus dunklen Wolken am Himmel ganz leicht tröpfelt. Der aufmunternde Hinweis, dass es spätestens um 9 Uhr aufhören würde zu regnen, vermag nicht wirklich zu überzeugen. Der Wetterbericht hat auch für heute einzelne Schauer vorhergesagt.

Gestern Abend noch haben wir eine neue Route für den heutigen Tag geplant. Monte Baldo, Monte Lessini oder der Passo Manghen erschienen uns, angesichts der unsicheren Wetterlage, als Ziel für die erste Tagestour nicht wirklich geeignet. Also erst mal Richtung Lago di Ledro fahren, den ersten Kaffee oben am Tremalzo und dann in einem weiten Bogen, vorbei am Idrosee, wieder an den Lago die Garda.

Die dunklen Wolken, die des morgens in den Bergen des Westufers hingen, machten auch diesen Plan zunichte. Also fuhren wir zunächst die mit reichlich Tunnels versehen Straße am Westufer entlang. Das heißt, wir wären gern gefahren. Leider hatte es bei Limone wohl mindestens eine Unfall gegeben, so dass sich der Verkehr kilometerweit staute und wir allenfalls im Schritttempo vorwärts kamen.

Dafür konnten wir immer wieder herrliche Blicke auf den See genießen. Der reichlich böige Wind peitschte das Wasser zu hohe Wellen auf, die mit Wucht gegen so manche Uferpromenade prallten und die Gischt meterweit Richtung der vielen Cafés trieben. Derweil ging es auf der „Garda Ocitentale“ mal wieder ein paar Meter weiter vorwärts.

Bei Limone hatten wir vom quälenden Stopp-and-go genug; wir zweigten außerplanmäßig auf die schmale Straße Richtung Villa ab und gönnten uns in einem der vielen Bergdörfchen eine erste Kaffeepause. Zwischenzeitlich war der Himmel strahlend blau, es hatte tatsächlich kurz nach neun Uhr aufgehört zu regnen. Wieder einmal Glück gehabt.

Ab Tignale folgten wir wieder der Uferstraße und ließen uns beschwingt bis hinter Gardone auf dem kurvenreichen Asphaltband treiben – vorbei an Palmen, herrlichen Villen und so mancher, pittoresk erscheinender Ortschaft. Dann ging es wieder in die Berge; viele Kilometer lang auf einer ganz kleinen, einsam gelegenen, schmalen Straße, die unsere ganze Konzentration forderte.

Kurz hinter Nozza fand sich dann, links der Straße, eine kleine Trattoria. Schnell war für jeden eine Portion Spaghetti bestellt; bis die gekocht waren, labten wir uns am Vorspeisenbuffett, mit leckeren Salaten und verschiedenen Sorten Salami. Die Nudeln selbst schwammen in einem ordentlichen Schuss Öl, verfeinert mit kleinen Stücken scharfer Pepperoni. Abschließend noch ein kleiner Kaffee und der Tag war perfekt!

Flugs ging es im Anschluss des „Passo di Maniva“ hinauf, auf mehr als 1600 Metern Höhe genossen wir eine herrliche Aussicht. Die Kaffeepause legten wir nahe des Lago di Ledro ein; im Hotel Garden, in dem wir schon des öfteren übernachtet haben. Stefan, der mit seiner Gruppe eine ähnliche Runde gefahren war, unternahm noch einen Abstecher hoch zum Tremalzo; für uns war dafür die Zeit zu knapp.

Testfahrt:

Punkt 18 Uhr waren wir wieder im Hotel, mit lauter zufriedenen Teilnehmern. Vor allem Harald war ein zufriedenes Lächeln förmlich ins Gesicht gemeißelt. Er war heute mit der Triumph unterwegs, die uns für die Gardaseewoche freundlicherweise zur Verfügung gestellt worden war. Und die XC 800 machte scheinbar richtig Laune. Der quirlige Dreizylinder ließ sich schaltfaul fahren und hatte doch in allen Lebenslagen ausreichend Drehmoment und Leistung. „Meine Adventure kommt ja so langsam in die Jahre, dass wäre eine echte Alternative – allerdings mit Kette …“ Daran wird sich ein eingefleischter BMW-Fahrer nur schwer gewöhnen. Aber auch dafür gibt es Lösungen.

Morgen fahren wir ins Monte-Baldo-Massiv – und Thomas wird mit der Triumph unterwegs sein. Mit Sorgenfalten auf der Stirn; fürchtet er doch schon jetzt, das Motorrad könnte ihm so gut gefallen …

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