Ein Tag der spontanen Entscheidungen

Eigentlich hatten wir heute zur Dreiwiesenhütte fahren wollen. Doch als wir von Obertauern nach Mauterndorf aufbrachen, brauten sich im Süden dichte, dunkle Wolken zusammen. Das sah nicht wirklich gut aus. Also beschlossen wir, die Tagesplanung spontan über den Haufen zu werfen und erst einmal (wieder) Richtung Norden abzubiegen.

Über den Sölkpass ging es – grobe Richtung – zum Dachsteinmassiv. So langsam machte sich Hunger bemerkbar. Christian meinte, lasst uns doch mal im „Schloss Thannegg“ in Moosheim einkehren. Kurz vor halb eins standen wir vor dem alten Gemäuer, dass uns aber irgendwie viel zu wenig nach historischem Bauwerk aussah. Der Funke, der zum Essen zu halten, wollte nicht überspringen.

Also beschlossen wir spontan, den „Michaelerberg“ hinauf zu fahren, hatten wir doch bei der Suche nach dem Schloss ein handgeschriebenes Hinweisschild auf ein Gasthaus gesehen. „Täglich geöffnet“ hatte es da geheißen – also los!

Oben auf dem „Michaelerberg“ angekommen begeisterte uns erst einmal ein sagenhaftes Panorama und dann das Gasthaus selbst. Daniela, die Wirtin, tischte auf, was die Speisekarte aufzubieten wusste, von der delikaten Knoblauchcremesuppe bis hin zur deftigen Bretteljause. Herrlich!

Und während wir satt und zufrieden unter alten Bäumen saßen, fragten wir ganz spontan, wohin denn der unbefestigte Weg führen würde, den wir da sehen. „Der geht zur Stiegleralm, wenn Ihr wollt, könnt Ihr den ausnahmsweise fahren, heute ist ja nicht so viel los“, meine Daniela. Na, wenn das keine Einladung war.

Auch die Stiegleralm war ihren Abstecher wert. Obwohl wir gerade erst zu Mittag gegessen hatten, konnten wir der Einladung der netten Sennerin, den selbstgebackenen Kuchen zu probieren, nicht wiederstehen. Auch eine gute „spontane“ Entscheidung.

Auf dem Rückweg nach Obertauern kehrten wir dann noch einmal in der Trinkeralm ein, zu der ein gut fünf Kilometer langer, geschotterter Forstweg führt. „Wollen wir ein schönes Hinterherfahr-Video drehen“, fragte Christian, wohl wissen, dass ich für solche Späßchen zu haben bin. „Na klar, so lange der Akku der Video-Kamera hält, gerne“, meinte ich.

Es wurde ein ungleicher Wettbewerb: Christian auf der 950er KTM, der den knapp 100 PS-starken Zweizylinder oftmals im Powerslide durch die unbefestigte Kehren scheuchte und ich auf der kleinen 350er Suzuki, der den kleinen Einzylinder fast durchweg in den roten Bereich drehen musste, um auch nur den Hauch einer Chance zu haben, dranzubleiben. Spaß gemacht hat es trotzdem.

Zum Schluß ging´s zügig hoch auf den Tauernpass, diesmal von Radstatt kommen. Alle waren zufrieden, es war – wieder einmal – ein toller Tag, noch dazu ohne Regen. (Vom leichten Nieseln auf dem Tauernpass mal abgesehen).

Morgen wollen wir dann zur Dreiwiesenhütte fahren und so einen schönen Schlusspunkt unter unsere Endurowanderung setzen.

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