Uwe, bei Dir brennt was

TOURBERICHT KALININGRAD – LITAUEN – MASUREN
Dienstag, 11. August 2009 | 6. Tag

Auf einmal war Helmut neben mir. „Bei Dir brennt was“, ruft er mir zu, „da qualmt’s ganz heftig unterm Tank“. Schnell rechts ran und tatsächlich, irgendein Kabel scheint ordentlich zu schmoren.

Das hat gerade noch gefehlt: 15 Kilometer vor der Zufahrt zur Kurischen Nehrung und 65 Kilometer bevor wir mit der Grenze zu Litauen wieder Europa erreichen, mit einem kaputten Motorrad im russischen Kaliningrad liegen bleiben! Mit einem Visum, das um 24 Uhr ungültig wird.

Aber glücklicherweise sind ja Stefan und Dieter dabei. Schnell sind Tank, Sitzbank und Motordeckel demontiert. Sofort wird klar, was Ursache der dramatischen Rauchentwicklung war: Ein Kabel am neu eingebauten Anlasser war wohl nicht richtig verlegt. Irgendetwas scheuerte durch und darauf hin fing’s an zu kokeln. Noch ein wenig länger und mir wäre wahrscheinlich die ganze Maschine abgebrannt. Mal sehen was die Werkstatt, die BMW-Niederlassung in Frankfurt, dazu sagt. Dort wird man wahrscheinlich jede Verantwortung von sich weisen.

Die beiden Elektrikspezialisten hatten das Problem schnell im Griff: Das Kabel klemmen wir ab, das brauchen wir nicht mehr und hier legen wir einfach ein neues – nach 20 Minuten Schrauberei am Straßenrand lief die BMW zwar nur, wenn sie angeschoben wurde, aber sie lief!

Den Passierschein für die Kurische Nehrung hatten wir schon vorab besorgt, so dass am Sperrposten nur ein kurzer Halt von Nöten war. Die erste Kaffeepause legten wir im ehemaligen Rositten ein, dann wollten wir zur Grenze, weil das schon für den Morgen angekündigte schlechte Wetter unaufhaltsam näher zog.

Der Grenzübertritt von Kaliningrad nach Litauen verlief völlig problemlos; bald darauf waren wir auch in Nidden und hatten nach einigem Suchen den Sommerwohnsitz von Thomas Mann gefunden. Ein wirklich idyllisches Fleckchen inmitten der Kurischen Nehrung.

Dann kam der Regen. Zunächst einmal 40 Kilometer lang bis zur Fähre ans Festland. An der langen Autoschlange Richtung Kleipeda mogelten wir uns elegant vorbei, dann lagen nach 150 Kilometer Strecke vor uns – mit Regen, Regen, Regen ….

Kurz nach sieben waren wir in Jurbarkas und fanden uns in einem Hotel wieder, dem man seine sozialistische Vergangenheit immer noch ansah. Dafür entschädigte uns die Küche, in der eine sehr nette Köchin werkelte, die alles daran setzte uns satt zu bekommen – was ihr auch vortrefflich gelang.

Morgen wollen wir einen Abstecher in die sehenswerte Altstadt von Kaunus unternehmen und dann geht es weiter nach Masuren.

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